ZWISCHEN DEN JAHREN

Auch wenn sich in diesem Jahr bei uns nicht so richtige Weihnachtsstimmung verbreitet hat, durfte der Weihnachtsspaziergang nicht ausfallen. Dies also geschehen am 1. Weihnachtsfeiertag – ein bißchen auch aus der Not eine Tugend, da das Auto am Morgen nahezu übergekocht ist und wir nur mit Müh und mit viel Wasser nachfüllen nach Hause gekommen sind.

Von Erzählungen wussten wir bereits, dass die Stadt zwischen den Jahren extrem leer sein soll, weil der Paulistano gerne die freie Zeit nutzt, um ans Meer zu fahren. Dennoch konnten wir kaum glauben wie leer leer ist. Als Beispiel hier die Avenida Brazil um 10 Uhr morgens – eine der großen Schneisen durch die Stadt und normalerweise um diese Zeit kein Durchkommen – auf 2 x 4 Spuren Stau!

Das Ziel unseres Spaziergangs am Nachmittag war der Ibirapueira-Park mit dem alljährlichen Weihnachtsbaum. Den hatten wir bereits ab September in der Aufbauphase wahrgenommen und uns immer gewundert, was die Tribüne an der Straße soll: Bis wir dann eines besseren belehrt wurden – keine Tribüne, sondern ein Baum. Aha!

Bei Tag würde man sagen: Groß! Und Nett! Aber der wirkliche Kick erschließt sich erst, wenn es dunkel ist: Das Ding rockt!

Den Film haben wir vom Dach des Hotel Unique aufgenommen. Hatte ja bereits erzählt, dass dieser Ort ziemlich großartig ist und somit war es naheliegend – im wahrsten Sinne des Wortes – nach dem Park schnell um die Ecke und dorthin zu huschen um ein-zwei … Caipirinha zu trinken und somit dem Sunset zu frönen! So ein Sunset kann ja sehr lange dauern 😉

So ihr Lieben, dies ist der letzte Blog für dieses Jahr! Wir ziehen uns jetzt gleich was Weißes an (macht man an Silvester angeblich hier so?) und schauen, wie man in São Paulo den Jahreswechsel feiert. In zwei Tagen sind wir dann auch raus und fahren nach Rio und ans Meer, so dass es bis zum nächsten Eintrag etwas dauern wird!

Euch wünschen wir einen famosen Rutsch ins neue Jahr und alles Gute für 2010! pejo

BOAS FESTAS

Noch 2 Tage bis Weihnachten und es will sich so gar keine vernünftige Weihnachtsstimmung einstellen – wie auch im Hochsommer! Wir haben echt alles probiert:

Plätzchenbacken! Bei 31 Grad irgendwie absurd 😉 … aber lecker, dank eines tollen Rezeptes von Herrn Schubeck.

Weihnachtsgesänge! Von immerhin 6 Nikoläusen und -Läusinnen.

Weihnachtsbasar! EXTRAkitschig im Iguatemishopping!

Das hat alles nicht geholfen! Aber ich glaube, wenn dann der 24zigste ist und wir es uns gemütlich machen, mit vielen Kerzen und mit ohne Kaminfeuer wird sich ganz heimlich doch ein wohliges Weihnachtsgefühl einschleichen 😉

Wir wünschen euch allen boas festas!
pejo

MAJA

Wir trauern um unsere kleine Maja, deren Herz am Donnerstag im Alter von 9 Wochen aufgehört hat, zu schlagen. Irgendwie weiß man ja, dass die ersten drei Monate „gefährlich“ sind und dass viele Babys nicht überleben. Aber wenn es dann wirklich passiert, tröstet das Wissen nur insofern, dass ein Abort in diesem Stadium der Schwangerschaft relativ normal ist. Und besser früh, als später oder die Geburt eines behinderten oder nicht lebensfähigen Kindes.

Gar nichts kann die Ultraschallbilder auslöschen. Und das Rauschen des Mikrofons, das keine Herztöne aufzeichnet. Und den Blick der Ärztin, als sie erkannt hat, dass sich nichts mehr bewegt. Und das Gefühl, von jetzt nach gleich von riesiger Freude in ein ganz tiefes Tal der Trauer und Fassungslosigkeit zu stürzen. Nur mit dem Weg Richtung OP, die der Schwangerschaft dann offiziell ein Ende bereitet. Und die Leere danach.

Ich weiß, das ist ein Thema, über das man nicht spricht. Und vielleicht wundert ihr euch auch, dass ich das hier tue. Oder findet es pietätlos. Mir fällt es auch nicht leicht, aber die Kleine (wir sind uns merkwürdigerweise sicher, dass es eine Kleine ist), wird immer bei uns sein, wird immer die Maja sein und wird nicht totgeschwiegen und nicht vergessen. Und hat nun einen Raum hier und in eurer Erinnerung. Das ist gut.

Wir wissen jetzt noch mehr zu schätzen, wie besonders so ein kleines Leben ist und wie sorgsam man damit umgehen muß. Das und das Andenken an Maja nehmen wir mit und schauen nach vorn bzw. versuchen das gerade. Laut Ärztin ist die Warscheinlichkeit groß, sofern keine gravierenden genetischen Probleme vorliegen,  dass die nächste Schwangerschaft gut verläuft und dass die Babys „danach“ kräftig und stark werden. Das wünschen wir uns. pe