VILA GOMES

StreetArt an den Wänden zu betrachten, ist eine feine Sache. StreetArt-Künstlern beim Enstehen ihrer Gemälde zuzuschauen, noch feiner. Ganz fein ist, wenn eine komplette Gasse zur Bemalung freigegeben ist und die Bewohner mit den Künstlern ein(e) Art Straßenfest feiern. So geschehen vorletzten Sonntag in Vila Gomes.

Da wurden Tische und Klappstühle vor die Tür gestellt, Bier drauf … leider gibts hier keine Pittermännchen 😉 und das Treiben kommentiert. Kinder dazwischen, die zu den neu entstandenen Gesichtern an den Wänden Geschichten erfunden haben und das in ihr Spiel eingebaut haben. Ganz süß war eine Horde pubertierender Jungs, die sich hinter einer Künstlerin versammelt und schwer interessiert zugesehen haben, wie auf der Wand langsam die Figur einer nackten Frau entstand 😉

Der Künstler „Prozak“ hat mal gesagt: „Das Beste ist, dass du den Kontakt zwischen Menschen und ihrer Stadt herstellst, während du malst. Ohne Graffiti wäre diese Interaktion niemals möglich.“ Dem kann ich nur zustimmen – nicht nur die Menschen, die dort wohnen bekommen einen anderen Blick für ihre Gasse, auch ziehen die Graffitis Besucher an. Dies kann dazu führen, dass ein Viertel eine Aufwertung erfährt und das wiederum kann allen nur helfen.

In São Paulo gibt es eine ganze Reihe solcher Aktionen – die bekannteste ist die Beco do Batman – benannt nach Batman’s Gotham City. Vor 15 Jahren war das noch eine ziemlich verrufene Gegend in Vila Madalena, dort lebten viele Obdachlose und eigentlich wollte keiner die Gasse freiwillig betreten. Dank einer Kooperation der Stadtverwaltung mit einigen Graffiti-Künstlern, die die Gasse komplett bemalt haben, hat sich das nun nachhaltig gewandelt und sie ist das Aushängeschild, wenn es um Graffiti in São Paulo geht (hab im Herbst schon mal davon erzählt). Nicht zuletzt, weil aus den damals mehr oder minder bekannten Künstlern heute wahre Größen der StreetArt geworden sind. pe

2 Gedanken zu „VILA GOMES

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