CHICO BUARQUE

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… einer der Günder des musikalischen Tropicalismo in Brasilien, einer Bewegung, die während des Militärregims in den 60er Jahren entstanden ist und moderne Strömungen in die musikalische und künstlerische Entwicklung des Landes eingebracht hat. Ganz nach dem antropophagischen Manifest von Oswaldo Andrade: Das Fremde nicht abweisen, sondern auffressen! 🙂 Wow, harter Tobak, oder?

Brasilien hatte in den 60ern der unabdinglichen Wunsch, zumindest künstlerisch unabhängig und frei zu werden. Die Künstler haben nach einer – nach augenscheinliche Gesichtspunkten harmlosen verbalen Ausdrucksform gesucht – und dabei höchst kreative Wortschöpfungen gefunden, um den eigentlichen systemkritischen Wortinhalt zu tarnen und dennoch zu transportieren. In der Musik sind die beiden herausragenden Künstler Gilberto Gil und Chico Buarque – beide sind des Landes verwiesen worden und haben ihr Exil in England gefunden.

Nichtsdestrotz trotz findet man in ihren Lyrics sehr viel regim- oder sozialkritischen Ausdruck. Oder gerade deswegen? Ein Lied möchte ich euch hier vorstellen: Construção von Chico Buarque – ’71 entstanden. Hier geht es in erster Linie nicht um Regimkritik, sondern um Sozialkritik, den Selbstmord eines Arbeiters, der sich von einem Gerüst stürzt und an einem normalen Samstag den Verkehr auf der Straße durcheinander bringt – durch sein Ableben auf der Hauptverkehrsader.

Dieser Text ist besonders, denn Chico Buarque verwendet immer die gleichen Worte, um neue Inhalte in den folgenden Textzeilen zu transportieren. Sehr lyrisch – sehr dramatisch – sehr schön! Hier ein Video zum Lied mit der englischen Übersetzung, was das Verständnis etwas leichter macht:

>>> construção

folgt einfach den Text- bzw. Rhythmuszeilen, dann ist es ganz einfach! pe

2 Gedanken zu „CHICO BUARQUE

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