FOZ DO IGUAÇU

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„Poor Niagara“ soll Eleanor Roosevelt beim Anblick der Wasserfälle gesagt haben (Quelle: Wikipedia). Jo und ich waren eher bei: Wie geil ist das denn, unglaublich oder kraaaaass!

Die Iguaçu-Wasserfälle liegen im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Brasilien, die Grenze bildet der Verlauf des Flusses Iguaçu. Iguaçu stammt aus der indigenen Guaraní-Sprache und bedeutet so viel wie „großes Wasser“. Wohl wahr, hier ein paar Fakten: Die Fälle  sind mit 2.700m die breitesten der Welt und stehen seit 1984 unter UNESCO-Schutz. Durchschnittlich stürzen etwa 1.700 Kubikliter pro Sekunde in zwei Stufen 75 m hinab, bei starkem Regen können das aber auch bis zu 7000 Kubikliter sein. (Letzte Woche war es wohl Zweiteres, denn es hat leider pausenlos geregnet).

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Der größte Teil der Fälle liegt auf argentinischer Seite, dafür hat der Brasilianer die beste Totalansicht. Oder nicht? Hier beginnt ein wichtiges Thema: Hat nun der Brasilianer oder der Argentinier die bessere Seite? Stellt euch vor, es gäbe ein vergleichbares Naturschutzgebiet  zwischen Holland und Deutschland – dann habt ihr in etwa eine Idee von Ausmaß der Spekulation 😉

Wir haben zuerst die brasilianische Seite besichtigt, da ein Mitarbeiter unseres Hostels sagte, es sei besser so, ansonsten käme, wenn man die argentinische Seite zuerst gesehen hat, einem die brasilianische Seite vor wie „Shit“. Argentinier eben.

BRASILIANISCHE SEITE

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Ganz kann ich das nicht unterschreiben. Auf der brasiliansichen Seite hat man einen spektakulären Panorama-Blick auf beide Teile der Fälle (Garganta del Diabolo und San Martin). Ein kurzer Wanderweg verläuft entlang der Schlucht und endet an einem Aussichtspunkt mitten in den Fällen. Dort ist Nasswerden  durch die heraufwirbelnde Gischt garantiert, aber das wird durch einen fantastischen Blick belohnt. Also unbedingt bis ans Ende der Plattform gehen, wenn ihr mal dort seid.

Man kommt auf der brasilianischen Seite am nächsten an die Fälle heran und kann dort zum Beispiel Vögel beobachten, die hinter dem Wasservorhang ihre Nester gebaut haben und mittendurch hineinfliegen. Man mag das nicht ganz glauben, denn der Wasserdruck ist ja immens, aber irgendwie schaffen die Tierchen das, ohne herabgerissen zu werden.

ARGENTINISCHE SEITE

Meist beginnt die Tour auf der argentinischen Seite mit einem Blick in die Teufelsschlucht (Garganta del Diabolo). Man gelangt per Bahn und über Stege bis an die Wasserkante und hat einen Blick von oben in die Schlucht hinein, wobei spätestens dann der Name vollkommen klar wird. Früher hat man die Toten oberhalb der Fälle ins Wasser geschoben, wo sie dann in die Schlucht stürzten und damit aus den Augen der Trauergemeinde verschwanden. Beerdigung leicht gemacht.

Im Anschluß lohnt sich die Wanderung entlang der markierten Wege, denn es gibt immer wieder spektakuläre Aussichten auf die Fälle, von oben wie von unten. Selbstredend ist das Ganze sehr touristisch, denn Die Fälle sind ein absolutes Muss, wenn man Argentinien oder Brasilien besucht. Man riet uns, sehr früh am Tag dort zu sein, aber ich glaube, es ist völlig egal, zu welcher Zeit man die Tour macht – es ist einfach immer voll und daher ist es am Besten, man entspannt sich auf hohem Niveau.

Last but not least haben wir eine Bootstour mitgemacht, wo es dann mit Speedbooten ganz nah an die Fälle herangeht oder sagen wir, in die Fälle hinein? Das ist primär Fun und man wird, wie auf der brasilianischen Seite, garantiert nass, nur mit dem Unterschied, dass man auf dem Boot klitschnass wird. Daher empfiehlt es sich, so viel wie möglich auszuziehen und in die bereitliegenden wasserfesten Säcke zu packen – am besten in Badekleidung die Bootstour machen, wenn das Wetter gut genug ist.

Oder die Bootstour ans Ende des Besuchs legen und dann mit den nassen Klamotten auf dem schnellsten Weg zurück ins Hostel fahren und ab unter die Dusche  … so haben wir das gehalten, denn bei Dauerregen war an natürliches Trocknen nicht zu denken. pe

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