ABSCHIED NEHMEN

Das tut immer weh und ich bin da gar nicht gut drin, aber der Abschied gestern hatte eine Dimension, mit der ich nicht gerechnet hatte. Eigentlich wollte ich nur mal zum alten Haus in die Flexa fahren und Donisete, dem „All-Wetter-Parkticketverkäufer“, besser gesagt, der guten Seele der Straße ein fröhliches „Bom Dia“ sagen. Und dann das hier!

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Nachdem wir ausgezogen sind stand das Haus lange Zeit leer und ist erst kürzlich verkauft worden. Die neuen Besitzer bzw. deren Architekt sind gerade dabei, keinen Stein mehr auf dem anderen zu lassen.

Normalerweise kümmert mich Renovierung nicht, aber das Haus war einfach eine Perle und wunderhübsch mit den alten Fliesen, Fenstern, Bädern – dem Wintergarten usw. Die, die es gekannt haben, werden mich verstehen! Ich heule schon wieder, wenn ich daran denke, dass davon nur ein paar tragende Wände übrig bleiben.

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Wie kann man so wenig Sinn für den Erhalt von Altem und Besonderem haben? Hier in São Paulo ist man mit der ganz großen Abrissbirne unterwegs, um neue und moderne Gebäude aufzubauen. Das sehen wir häufig bei uns im Viertel, wenn die kleinen Stadthäuschen verschwinden. Und jetzt leider auch in der Flexa.

Donisete hatte auch ganz feuchte Augen, als er mir die Umbauarbeiten zeigte. Aber er meinte, es wird sicher ganz schön und hat mich feste gedrückt. Gute Seele! 😉 pe

2 Gedanken zu „ABSCHIED NEHMEN

  1. eigentlich dürfen die großen gummibäume in são paulo nicht ohne weiteres abgeholzt werden, da die stadt bestrebt ist, den alten baumbestand zu erhalten.

    es gab eine lange zeit angeregte diskussionen darüber, wie man die mauer vor dem alten haus versetzen kann, ohne den baum zu beschädigen. aber neuer owner – neue regeln! der gummibaum ist weg – ebenso palmen und die banane. damit sind auch die maritakas, also die kleinen grünen papageien, weg.

    des kaisers neue kleider …

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