BELO MONTE

raoni

Brasilien ist ein boomendes Land und um die Wirtschaft weiter nach vorn zu bringen, braucht der Brasilianer Energie. Diese soll, geht es nach den Wünschen der Regierung, zu einem Teil künftig in der Amazonas-Region gewonnen werden, durch den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte.

Mit der Vorbereitung zum Bau der gewaltigen Staumauer wurde bereits begonnen. Sie entsteht an der Biegung des Xingu-Flusses und das angestaute Wasser wird 400.000 Hektar Regenwald überschwemmen und damit den Lebensraum von 40.000 Indios sowie unzähligen Pfanzen- und Tierarten zerstören. Die Region war bislang ein Naturschutzgebiet, um die Kultur der Indios und die Natur zu erhalten – jetzt passiert das Gegenteil und die Folgen für den gesamten brasilianischen Regenwald können nachhaltig sein.

Zahlreiche Proteste laufen gegen das gigantische Projekt und man versucht nach wie vor, den Bau aufzuhalten. Jeder kann sich beteiligen und hier ein weiterer Link, der zur Unterschrift einer Petition gegen den Staudamm führt.

>>> zur Website Amazonwatch

Das Photo oben zeigt den Indianerhäuptling Raoni. Er hat sich für den Schutz seines Stammes und des Regenwaldes stark gemacht und ist dazu sogar zur UN nach Genf gereist, um sein Anliegen vorzubringen. Das Bild hält den Moment fest, als man ihm mitteilt, dass Präsidentin Dilma den Bau des Staudamms freigegeben hat. pe

Ein Gedanke zu „BELO MONTE

  1. Nachtrag:

    Drei Staaten folgen nun den Beschlüssen der 10 Monate zurückliegenden Waldkonferenz Bonn Challenge. Brasilien hat sich bereit erklärt, 1 Mio Hektar Mata Atlantica – also Regenwald – wieder aufzuforsten. Zur gleichen Zeit sollen im Amazonas-Gebiet durch den Wasserkraft-Staudamm mindestens 400.000 Hektar intakter Regenwald und Lebensraum für Indios und zig Tier-und Pflanzenarten überschwemmt werden.

    Zitat SPON: „Die größte Wiederaufforstungsinitiative, die die Welt je gesehen hat, ist nun wirklich auf dem Weg“, sagte IUCN-Generaldirektorin Julia Marton-Lefèvre. Die Initiative würde wirtschaftliche Vorteile bringen, die Ernährungssicherheit stärken und dem Klimawandel entgegenwirken. „Wir mahnen andere Länder, diesem Beispiel zu folgen“, sagte Marton-Lefèvre.

    Ich meine, das tun sie doch schon. Zumindest in Puncto Doppelzüngigkeit beim Umweltschutz:

    Altmaier und Niebel streiten gerade in Rio20+ um die Abschluss-Erklärung zum Schutz der Umwelt und gleichzeitig verdienen zwei deutsche Unternehmen kräftig an der Abholzung des Regenwaldes: Daimler Benz schickt 540 Baufahrzeuge und eine Siemens-Tochter liefert Turbinen im Gegenwert von 443 Mio Euro für den Staudamm Belo Monte.

    Deutschland will die Energiewende nun doch endlich schaffen und parallel fördert die Bundesregierung den Bau des AKW Angra 3 an der Costa Verde/Brasilien mit einer Bürgschaft in Höhe von 1,3 Mrd. Euro und bürgt in weiteren Ländern wie China, Japan, Südkorea, Litauen, Slowenien und Russland im zweistelligen Millionenbereich für den Bau von Atomkraftwerken.

    Nur mal so!

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