OBRIGADA

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Wir danken allen, die in den drei Jahren Anteil an diesem Blog hatten und uns mit ihren Kommentaren immer wieder neuen Mut und Freude gegeben haben, einfach weil wir wussten: Ihr begleitet uns und wir sind nicht allein!

Ich fand es ganz oft schwierig, von den extremen Unterschieden zu berichten. Zum Beispiel wenn bei euch fieser, kalter Winter war und wir bei 35°C geschwitzt haben und die schwüle Hitze verfluchen wollten. Ein lustiger Mann schrieb einmal:

„Warum um Himmels Willen stellen Sie auf Ihre Seite lauter hübsche Bilder, wo die Sonne scheint, das Meer blau ist, die Menschen entweder Sonnenbrand haben oder anderen Brand löschen? Was meinen Sie wohl wie das bei Leuten ankommt, die 6 Stunden Tageslicht haben, eine Schneewelle wie in den 80er Jahren und die Wischwaschanlage im Auto ständig eingefroren ist, wenn man sie dringend braucht? Was meinen Sie wohl?“ 😉

Oder wenn es uns richtig schlecht ging, wir Heimweh hatten und Köln vermissten. Da dachten vielleicht manche, wir hätten ja einfach in Deutschland bleiben können? Oder wir müssten doch per Se DAS Superleben haben im herrlichen immergrünen Brasilien mit Caipirinhas und Sonnenschein und Faulenzen den ganzen Tag? Und keinen Grund, uns über irgendwas zu beschweren?

Nun, ich hoffe, dieser Blog konnte ein Bild unseres echten Lebens vermitteln und einen authentischen, vielleicht etwas anderen Blick auf den Alltag im Ausland werfen! Zumindest war das die Idee, die mir extrem viel Freude gemacht hat und nun 214 Artikel lang geworden ist!

Obrigada e até logo! Pe & Jo

3 JAHRE SÃO PAULO

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Wenn uns jemand vorher erzählt hätte, was wir in dieser Zeit alles erleben werden und vor allem, was diese Zeit mit uns macht, hätten wir wahrscheinlich kurz gezögert, als es damals darum ging: Ausland oder nicht. Und es vermutlich trotzdem getan! 😉

Ich hoffte, bevor wir nach São Paulo gingen, dass wir eine Familie gründen werden, da ich in Brasilien nicht arbeiten gehen wollte und durfte und nun endlich Zeit und Raum für Kinder war. Ich dachte, ich sei sowieso mit Grafik Design fertig und würde nebenher nur noch ein bißchen illustrieren und Blog schreiben und ansonsten Mutter und Hausfrau sein.

Aber die Biologie hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht und schon sehr bald war die Hauptfrage: „Um Himmels Willen – was mache ich den ganzen Tag lang? Was kann ich sinnvolles tun und wie kann ich schnellstmöglich portugiesisch sprechen lernen, um mit den Menschen zu kommunizieren?“ Daraus wurde dann eine der schönsten Erfahrungen: Stadtführungen mit SoulSampa!

Ich dachte, wir würden schnell Brasilianer kennenlernen und neue Freunde finden, doch das hat tatsächlich ziemlich lange gedauert, bis wir überhaupt Kontakt hatten. Doch der, der nun da ist, bleibt – da bin ich ganz sicher ihr Lieben!

Ich war davon überzeugt, bestehende Freundschaften bleiben erhalten, da wir ja heutzutage über ganz viele Medien kommunizieren können! Und wir hätten oft Besuch aus Deutschland! Diesen Zahn zog uns ein Kollege von Jo eigentlich in der ersten Woche denn er meinte: „Ihr werdet euch wundern, wer wirklich bei euch bleibt!“ Und da hatte er Recht! Aber auch in diesem Punkt: Alles hat seine Zeit und maches eben nur eine Kurze!

Ich war mir sicher, wir würden finanziell liquide werden und uns etwas Geld zur Seite legen können, da ja der damalige Kurs extrem zu unseren Gunsten ausfiel! Doch der Kurseinbruch kam drei Monate nachdem wir angekommen waren und so musste an allen Stellen der Rotstift angesetzt werden, angefangen bei der Wohnung bis hin zu Urlauben etc.. Na ja und Rücklagen bilden? So sind wir 2x in São Paulo umgezogen, haben drei Stadtviertel kennengelernt und ich möchte keines unserer Heime missen! (Auch nicht den Torre!)

Wir planten eigentlich, länger als drei Jahre zu bleiben, also mindestens 6 Jahre, damit sich das Ganze auch wirklich lohnt. Doch da hatten wir unsere Rechnung ohne Jo’s Schulsituation gemacht, die häufig alles andere als rosig war und letztlich den Ausschlag dafür gab, nur drei Jahre in São Paulo zu leben. Doch auch hier: Jo hat nun eine Stelle in Köln bekommen, was ein echter Glücksfall ist, denn ein Ländertausch ist normalerweise nicht so einfach und rasch umzusetzen.

Ich dachte nicht, wie schwer es würde, im Ausland nur einen Menschen ganz nah bei sich zu haben, der dann auch noch für alles da sein muss. Und wie intensiv man sich darüber kennenlernt – mit allen Seiten. Ich habe das nachher unser „Ehebootcamp“ genannt, welches wir trotz vieler Widrigkeiten gemeistert haben. Eine solche Erfahrung ist eine Zerreissprobe, schweisst aber auch zusammen, wenn beide das wollen!

Also alles kam irgendwie anders. Aber ich möchte nichts davon missen und wenn ich sehe und spüre, wie viel mir diese Stadt jetzt bedeutet, die Menschen dort, unsere Viertel und all die schönen Orte, die wir kennenlernen durften dann weiss ganz sicher, dass wir eine zweite Heimat gefunden haben. pe

UMZUGSFINALE

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Was lange währt wird endlich gut. Container ist da. Internet ist da. Telefon und TV theoretisch, jedoch sind wir da jetzt in der Pflicht mit dem Kauf und der Montage der nötigen Endgeräte. Die Wohnung ist nun nahezu vollständig eingerichtet und während ich das schreibe, wuchtet Jo die letzten Bücher aus den Pappkisten ins frischgekaufte Regal.

Als der Container kam gab es erst noch einen kleinen Schreck, denn die Kisten waren beim Beladen in São Paulo nicht ordentlich gesichert worden und als die Plomben geknackt und die Tür geöffnet wurde, kam den Packern die Fracht entgegen. Daher musste das gesamte Umzugsgut vorsichtig aus dem Innenraum in einen Shuttle-LKW umgepackt werden, der dann Kiste für Kiste für Kiste zu unserer Wohnung brachte.

Zum Glück hielt sich das Drama in Grenzen. Erwischt hat es leider die Kunst und heute ist die Schadensmeldung an die Versicherung rausgegangen, die hoffentlich anstandslos den Deckel begleichen wird!

In den letzten zwei Wochen haben wir eigentlich nichts anderes getan als arbeiten und packen und räumen und bohren und dübeln und schrauben und putzen und tragen und zwischendurch schlafen und essen, was aufgrund der gigantischen Anzahl an türkischen Imbissstuben kein aufwändigeres Problem darstellte – wahrscheinlich auch ernährungsphysiologisch nicht die Vollkatastrophe?! Echt goldene Kundekarten haben wir mittlerweile beim Bauhaus in Köln Kalk und bei Ikea, an der von Aldi arbeiten wir gerade 😉

Summasummarum hatten wir 150 Umzugsgüter plus die Kartons, die erst gar nicht mit nach São Paulo gereist sind, sondern ordentlich gestapelt auf unsere Rückkehr gewartet haben. Ein Teil davon ist direkt in die große Flohmarktkiste gewandert, denn mal ehrlich: Was man drei Jahre nicht brauchte – braucht man auch nicht danach! (Außer natürlich der Kiste mit Karnevalskostümen!)

Als dann – Wohnung gut, Basis gut und nun schauen wir mal weiter! pe