ERSTER GRUSS

admin am 10. Juli 2012 um 14:21

IMG_9679* Hing an der Haustür, als wir in Niederkassel ankamen. Gemalt von meinen beiden Superneffen Ben und Max, 6 Jahre! :-) pe

ABSCHIED

admin am 8. Juli 2012 um 14:49

                                                              Gerade sitze ich Jo’s altem Kinderzimmer und schaue mir den letzten Blogeintrag an. Das ist alles schon so weit weg und dabei doch erst eine Woche her, seitdem wir das Appartment in São Paulo verlassen haben.

Zwei Nächte haben wir noch im Hotel übernachtet, denn es waren noch einige Formalitäten zu erledigen: die Wohnung musste wieder an den Vermieter übergeben werden, das Auto kam zurück zum Händler, der es nun in unserem Auftrag verkaufen wird, es wurde ein Leihwagen organisiert, die letzte Feijoada musste verspeist werden, das letzte Choppe musste im São Cristovão getrunken werden und nach so vielen letzten Malen lagen wir am letzten Abend in São Paulo schon um 17h im Bett, weil einfach gar nichts mehr ging.

                                                              Am Sonntagmorgen gings dann Richtung Trindade, einem alten Hippieort in der Nähe von Parati. Trindade zeichnet sich besonders durch die wunderschönen Strände aus, ansonsten ist da im Winter nicht sonderlich viel los! Zwei Tage waren wir dort und haben eigentlich nur geschlafen und die Seele baumeln lassen. Und nach und nach die Anspannung der vergangenen Tage losgelassen. So heisst es in Brasilien: Jede Welle nimmt ein kleines Stück Sorge oder Last von dir weg. Funktioniert!

                                                              Der letzte Tag und die letzte Nacht in Brasilien sollten ganz besonders sein und daher sind wir noch einmal umgezogen. Parati ist ein altes portugiesisches Seefahrernest, mittlerweile UNESCO-Welterbe. Die alten Gassen und Häuser sind extrem malerisch und in einigen befinden sich erstklassige Pousadas. So eine sollte es denn auch sein und im Luxusambiente und mit einem Luxusabendessen haben wir unsere drei Jahre São Paulo angemessen ausklingen lassen.

Mittwoch war  Reisetag und wir sind extra früh aufgebrochen, um auf jeden Fall pünkltich am Flughafen zu sein. Brasilien hatte wohl an diesem Tag beschlossen, sich noch einmal von seiner speziellen Seite zu zeigen, denn etwa 100km entfernt vom Flughafen befanden wir uns auf einmal in einer Straßensperre wegen Sprengarbeiten.

Der Vorarbeiter konnte leider auch nicht so genau sagen, wie lang die Sperrung etwa dauern würde, daher beschlossen wir, uns nicht auf die brasilianischen 1 bis 2 Stunden zu verlassen, sondern zu wenden und eine Straße über Land zu nehmen. 100km mit etwa 60 km/h durch den Wald, ohne zu wissen, ob wir da wirklich durchkommen oder die Straße irgendwann zur Piste wird?! Das ganze mit dem nahenden Abflugtermin im Rücken – ein unbeschreibliches Gefühl ;-)

                               Aber Ende gut, alles gut – irgendwann saßen wir im Flieger der auf die Startbahn zurollte. Da wurde es nochmal ernst, denn unweigerlich kam der Moment, als die Räder den brasilianischen Boden verließen und wir wussten, dass die Zeit nun wirklich und endgültig vorbei ist.

Jetzt sind wir schon ein paar Tage hier, doch es ist noch wie Watte um uns herum. Ich kann mir noch nicht vorstellen, dass es diesmal kein Urlaub ist und wir wirklich bleiben. Wir haben bisher nur die Familie gesehen und das braucht auch noch eine Weile, bis wir wieder richtig kompatibel werden, denke ich. Aber es wird – ganz sicher und wir freuen uns sehr, euch alle früher oder später zu treffen!

Mein Blog neigt sich nun auch langsam dem Ende zu. Ich habe beschlossen, noch zu schreiben bis der Container in Köln ist, denn das Wiederankommen gehört ja auch zu drei Jahren Auslandsaufenthalt. pe

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VERPACKUNGSKÜNSTLER

admin am 28. Juni 2012 um 13:19

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1 TAG

admin am 27. Juni 2012 um 19:00

Heute ist der letzte Abend, bevor die Packer morgen früh kommen. Der Wohnung sieht man noch so viel an, aber unseren Gesichtern. Jo hatte heute seinen letzten Tag in der Schule und war etwa so lange tapfer, bis die Kinder ihm ein Abschiedsbuch mit ganz vielen Briefen und guten Wünschen überreicht haben!

Heute war auch Avanete das letzte Mal hier und ich habe gehofft, nicht zu weinen. Wie gesagt: gehofft, aber als ich Avanetes Tränen sah, wars auch bei mir vorbei. Avanete war fast von Anfang an dabei und kennt alle Stationen. Sie war uns immer die gute Seele und große Hilfe. Danke querida Avanete Morais!

Heute habe ich das letzte Mal gekocht und es gab eine köstliche Fischsuppe! Jetzt sind alle Lebensmittel, Öle, Essige, Zucker, Salz und so weiter bei Avanete und ich bin sicher, dass sie daraus ganz großartige Dinge zaubern wird!

Es ist ein ganz anderes Gefühl, als der Abschied von Deutschland, denn hier werden wir vermutlich nicht mehr leben. Und es ist auch ein anderes Gefühl, innerhalb eines kurzen Zeitraums ein Leben im Ausland aufzubauen und es dann wieder auf 2x 23 Kilo herunter zu schrauben.

Uns gehts gerade nicht gut … wir freuen uns auf euch, aber sind auch sehr traurig! pe

5 TAGE

admin am 25. Juni 2012 um 07:32

maerskJetzt kann man die verbleibenden Tage in der Wohnung wirklich an einer Hand abzählen. Auweia, nur noch 5 Tage. Im Moment sieht es hier noch so gar nicht nach großem Umzug aus, doch heute Mittag werden wir einen Entfeuchter bekommen, der die Räume und Gegenstände trocknet, damit auf der Reise kein Schimmel in den Kartons entsteht.

Die Reisedaten unserer Habe stehen nun auch fest und oben isses – DAS Schiff! Am 15. Juli wird der Container auf die „Maersk Laguna“ verfrachtet, wo er dann in Bremerhaven am 07. August ankommt. Unser Umzugsunternehmer schrieb: “Bei rechtzeitiger Ankunft des Containers und problemloser Zollabfertigung sollte eine Auslieferung der Sendung am 10. oder 13. August 2012 möglich sein.” Das fühlt sich für mich schon fast wieder brasilianisch an – mit den drei “wenns” ;-) !

Obwohl … nein doch nicht. Der Brasilianer würde schreiben, dass alles kein Problem ist und klar geht – so wie in der letzten Woche, als ich den Raum für unsere Farewellparty, die am vergangenen Samstag stattfand, bestätigt habe. Wir hatten genau abgesprochen, in welchem Teil des Restaurants die Tische reserviert werden sollten und als wir dann eintrafen, fand dort eine Hochzeit statt. “Lebendige Halsschlagader”, sag ich da nur! Aber machen kann man überhaupt nichts, ausser runterpulsen, umdenken und eben in einem anderen Teil feiern. Und dort wars dann auch sehr schön! Vielen Dank nochmal ihr Lieben!

Diese Woche stehen nun alle amtlichen Aktionen an: Gas abmelden, Net(schie) abmelden … yeeehaaahhhhh :-) , Bankkonto auflösen, Auto verkaufen, Elektrogeräte verkaufen usw. Also alles wieder zurück auf Null, ausgenommen der zwei Koffer à 23 Kilo, die wir dann noch haben werden. Glaubt es oder nicht, aber das ist echt spoooooky! pe

GOOOOOOOL

admin am 20. Juni 2012 um 22:12

Anbei eine filmische Kostprobe der brasilianischen Verbalakrobaten sprich Fußball-Kommentatoren. “FernandoFernandoFernandoTooooores de novo!” Da können sich die deutschen Kollegen aber noch ein Scheibchen von abschneiden, oder? ;-) pe

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14 TAGE

admin am 14. Juni 2012 um 11:32

14Man kann die verbleibende Zeit noch nicht an einer Hand abzählen, aber viel fehlt da nicht mehr. In 14 Tagen um diese Zeit wird hier eine Horde von Möbelpackern durch die Wohnung wuseln und packen, was das Zeug hält, denn im Laufe von zwei Tagen soll alles im Container verstaut sein. In 14 Tagen werden wir auch die letzte Nacht hier im Appartment verbringen, danach gehts für kurze Zeit ins Hotel, bis hier alles Formelle erledigt ist.

Grundsätzlich laufen die Abreisevorbereitungen bisher ganz gut. Bis auf den Herd sind alle Elektrogeräte versprochen. Den Fernseher nehmen wir jetzt mit, denn laut Aussage des Fernsehmechanikers des Vertrauens meiner Eltern “is dat kein Probleeeeem und zu 85% kann er jarantiere, dat dat Ding he lööf!” 85% müssen reichen ;-)

Ob wir das Auto vernünftig loswerden, wage ich zur Zeit noch zu bezweifeln. Wir haben zwar die Rücknahmegarantie des Autohändlers, der uns den Wagen vor drei Jahren verkauft hat, aber der ist gerade ausgesprochen zögerlich mit der Herausgabe eines Angebotes und wir fürchten, dass er auf Zeit spielt um den Wagen im letzten Moment für Nüsse wieder anzunehmen. Aber kommt Zeit, kommt Preis. Jetzt versuchen wir es erstmal im brasilianischen Ebay, genannt Mercado Livre!

Unser letzter Tag in São Paulo ist der 30te Juni. Danach fahren wir mit einem Mietwagen noch drei Tage ans Meer in die Nähe von Parati, um langsam und schonend von Brasilien Abschied zu nehmen. Den Wagen geben wir auf der Rückreise am Airport ab und vom Parkplatz gehts direkt in den Flieger. So sehen wir São Paulo nicht mehr und das ist vermutlich auch besser so, denn die Gefühlslage ist gerade doch ausgesprochen durchwachsen.

Ich heule schon seit Wochen in Etappen vor und hoffe, dass dann am Ende alles ge- und beheult ist ;-) Jo wird auch langsam ein wenig waidwund. Wir versuchen, die Zeit noch in vollen Zügen zu genießen, aber es hat vieles schon den “das letzte Mal”-Stempel und das macht dann doch am Ende traurig, weil wir das alles hier und die alle hier vermutlich eine ganze Weile nicht wiedersehen werden.

So glaube, ich, dass die richtig Vorfreude auf Deutschland erst im Flieger kommt, wenn wir auf dem Weg nach Frankfurt sind! Schaun mer mal! pe

BELO MONTE

admin am 12. Juni 2012 um 13:28

raoniBrasilien ist ein boomendes Land und um die Wirtschaft weiter nach vorn zu bringen, braucht der Brasilianer Energie. Diese soll, geht es nach den Wünschen der Regierung, zu einem Teil künftig in der Amazonas-Region gewonnen werden, durch den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte.

Mit der Vorbereitung zum Bau der gewaltigen Staumauer wurde bereits begonnen. Sie entsteht an der Biegung des Xingu-Flusses und das angestaute Wasser wird 400.000 Hektar Regenwald überschwemmen und damit den Lebensraum von 40.000 Indios sowie unzähligen Pfanzen- und Tierarten zerstören. Die Region war bislang ein Naturschutzgebiet, um die Kultur der Indios und die Natur zu erhalten – jetzt passiert das Gegenteil und die Folgen für den gesamten brasilianischen Regenwald können nachhaltig sein, wie ein Biologe in der interessanten Reportage über den Bau von Belo Monte erklärt.

>>> zum Report/Mediathek ZDF

Zahlreiche Proteste laufen gegen das gigantische Projekt und man versucht nach wie vor, den Bau aufzuhalten. Jeder kann sich beteiligen und hier ein weiterer Link, der zur Unterschrift einer Petition gegen den Staudamm führt.

>>> zur Website Amazonwatch

Das Photo oben zeigt den Indianerhäuptling Raoni. Er hat sich für den Schutz seines Stammes und des Regenwaldes stark gemacht und ist dazu sogar zur UN nach Genf gereist, um sein Anliegen vorzubringen. Das Bild hält den Moment fest, als man ihm mitteilt, dass Präsidentin Dilma den Bau des Staudamms freigegeben hat. pe

DEUTSCHLAND VS PORTUGAL

admin am 10. Juni 2012 um 16:34

EM01Dank guter Beziehungen, extremer Hartnäckigkeit und der Unterstützung eines Portugalfans ist es uns gestern gelungen, trotz des parallel laufenden Freundschaftsspiels Brasilien-Argentinien (3:4) in einer hinteren Ecke des São Cristovão das erste Spiel der deutschen Nationalmanschaft anzuschauen. Der nette Portugal-Brasilianer wird übrigens nie wieder während eines laufenden Spiels Fotos der gegnerischen Fans schießen, denn exakt in der Sekunde als er es tat, fiel das Tor für Deutschland :-) pe

Hier ein klitzekleiner, dafür langer Film aus unsere Ecke >>> EM12

ALLERGIETEST

admin am 4. Juni 2012 um 17:33

IMG_9420IMG_9444Brasilien ist berühmt für seine tollen exotischen Früchte. Um die Vielfalt zu testen und den Körper auf fremde Vitamine einzupegeln, wäre ein Besuch im Veloso zu empfehlen.

Das Veloso ist eine Bar/Boteca in Vila Mariana, in der es den besten Caipirinha São Paulos geben soll. Beweisen die vielen Preise, die der Barmann Souza gewonnen hat. Sagen diverse Magazine, die jedes Jahr die besten Botecas der Stadt küren. Und meinen auch die vielen Besucher, die sich jeden Samstag die Beine in den Bauch stehen, um einen der wenigen freien Plätze zu ergattern.

So wie wir, da Jo beschlossen hat, das Veloso kurzfristig noch auf unsere “ToDo”-Liste zu setzen. Letzten Samstag haben wir es demnach gehalten, wie Millionen andere Brasilianer auch: Ausschlafen und dann ab in die Kneipe, um dort bei Snacks, Feijoada, Bier oder Caipirinha und definitiv viel TamTam den ganzen Nachmittag lang das Wochenende einzuläuten. ;-)

mixHand aufs Herz: Die Caipies waren wirklich herausragend! Ausschlaggebend ist der Cachaça, den es hier in unzähligen Varianten gibt, da quasi jedes Dorf seine eigen Zuckerrohrbrennerei hatte oder noch hat. Der Pitú, den wir in Deutschland für Caipirinha verwenden, ist übrigens hier allerunterste Kategorie – als besser Hände weg und im Spirituosenladen Geld für andere Importe ausgeben! Rohrzucker wird ebenfalls nicht verwendet, hier nimmt man feinen weißen Zucker.

Ein guter Barmann, und dazu kann man Souza, Chefmixer des Veloso wirklich zählen, weiß genau, welcher Cachaça zu welcher Frucht passt. So sind seine Schnaps-Frucht-Schöpfungen leider sehr köstlich, wie zum Beispiel Mandarine/Chili oder Caju/Limone oder die Klassiker Maracuja oder Limão. Nur einen trinken, wenn man schon mal da ist, wäre tatsächlich vergebene Liebesmüh. Ins Veloso fährt man mit Ansage! :-)

IMG_9428Aber auch die kleinen Häppchen zum Getränk sind ziemlich empfehlenswert, zum Beispiel Coxinhas oder Bolinhas. Das sind fritierte Bällchen mit unterschiedlichen Füllungen, wie zum Beispiel Stockfisch, Fleisch, Trockenfleisch, Krabben oder Käse-Hühnchen-Mischungen, für letzteres ist das Veloso bekannt. Dazu gibt es ordentlich scharfe Chilisauce, die es spielend mit der Aufgabe der Biernüsschen in unseren Breiten aufnehmen kann. ;-) Die kleinen Bällchen machen nicht wirklich satt, aber geben ein gutes Gegengewicht zum Hochprozentigen und sind, wenn sie wie im Veloso frisch zubereitet werden, extrem lecker!

Als dann, das Wochenende hatte letzte Woche quasi nur einen “aktiven” Tag, aber der hatte es in sich! pe

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