HELD DER WOCHE

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Da sehe ich schon Arbeitsschutzbeauftragte die Backen aufblähen … aber kein Grund zu erhöhter Sorge: ein Fassadenanstrich auf diese Weise ist hier völlig normal. Auch die Form der Sicherung – nicht des Malers, sondern die der Farbe und der Rolle … ;-)! Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass der Mann auf dem Foto gerade den 12ten Stock frisch macht! pe

GUTEN MORGEN

Wenn Sie bitte mal reinhören möchten … dieses ist ein Ausschnitt aus einem, bereits eine Woche andauernden Konzert, welches in der über uns liegenden Wohnung jeden Tag von 9h bis etwa 17h mit einem 3 Mann Orchester aufgeführt wird. Herrlich! pe

 

NET #2

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To be continued, hab ich beim letzten Artikel über NET (NETSCHIE) geschrieben – ahnte damals allerdings noch nicht, dass wir noch einmal umziehen werden und damit die ganze Chose von vorne beginnt! Als dann …

1. Umzug ist erfolgt, Besuch bei NET vor Ort, neue Adresse durchgegeben und Änderungen besprochen. Im Klartext: a) Kündigung des zusätzlichen Telefon- und Internetanschlusses. b) Techniker soll bitte vorbeikommen und TV, Telefon und Internet anschließen, Zeitfenster nachmittags!!! c) Änderung des Leistungspaketes (das geht erst, wenn Techniker die Basisinstallation vorgenommen hat. Doof – weil man muß nochmal hin)  /// 2. Techniker kommt abends und schließt TV und Telefon an. Internet klappt nicht, da im Viertel zur Zeit kein Netz /// 3. Am nächsten Tag immer noch kein Netz – Anruf bei NET wegen neuen Termins (kompliziert, weil durch drei Instanzen weitervebunden wird – aber immerhin: das können wir jetzt selber!) /// 4. Techniker kommt 3 Tage später und schließt Internet an. Sagt, sein Vorgänger hätte einen Fehler gemacht /// 5. Bis dahin alles ok – WLAN überall in der Wohnung möglich  ///  6. Erneuter Besuch bei NET, um nun wie besprochen das Paket zu ändern. Gewünscht: weniger TV-Kanäle und Erhöhung der Leistung von 6MB auf 10MB. Neuer Besuchstermin wird vereinbart /// 7. Techniker kommt – ist aber nur für TV zuständig und schließt neues NET-Modem an – Teile der Programme jetzt in HDTV (feine Sache) /// 8. Andere Techniker (diesmal 2 Mann) kommen etwa 1 Stunde später und checken den Internetanschluß. Stellen fest, dass der zweite Intenetzugang noch nicht abgemeldet ist. Versprechen, dass sie das an NET weiterleiten /// 9. Zwei Tage später wird das Netz lahm – nur noch eingeschränkt WLAN möglich /// 10. Erneuter Anruf bei NET und Vereinbarung eines Termins /// 11. Mitarbeiter kommt zwei Tage später und prüft die Verbindung. Sagt, es läge am WLAN-Router und er könne nichts machen. Wir sagen, das er vorher noch bestens funktioniert hat – selbst mit 6MB. Er kann nichts machen /// 12. Anderer Mitarbeiter kommt kurze Zeit später (Rosenmontag, morgens um 9h, unanfgefordert) und will den NET-Router mitnehmen sowie das Internet abklemmen /// 13. Wir können ihn davon abhalten und erklären die Situation. Er vereinbart neuen Techniker-Termin zur Überprüfung der Leitung und des Signals, da er nur für das Abklemmen von Leitungen zuständig ist. Jo sagt, ich sei nicht nett gewesen /// 14. Internet-Zugang liegt nach Abgang des Technikers lahm, funktioniert erst nach einiger Zeit wieder /// 15. 8ter Techniker war gerade da. Ergebnis: a) Wir haben eine 10MB starke Verbindung, aber der WLAN Router scheint dem nicht mehr gewachsen? Warum weiß er nicht. Idee: Es gibt in der Gegend wohl „NEUE“ Interferenzen. b) NET ist nicht für WLAN-Router verantwortlich (obwohl der Techniker netterweise eine neue IP-Adresse vergeben hat – was aber auch nichts an der Situation ändern konnte). Empfehlung: Neuen WLAN Router kaufen – nicht NETGEAR, sondern D-LINK mit 3 Antennen /// 16. Unsere letzte Idee, nämlich dass wir beim Einzug vielleicht vorrübergehend noch über die Leitung unserer Vormieterin ins Internet gegangen sind und dass diese evtl. 50MB stark war, hat sich nach Abklärung nun auch nicht als Lösung ergeben. Das waren nämlich nur 3MB und alles lief einwandfrei 17. Das Problem ist nicht gelöst , aber jetzt muß es ohne NET gehen! pe

DAS BRASILIANISCHE NEIN

Soll man Stefan Zweig in seinen Ausführungen im Buch „Brasilien – Land der Zukunft“ Glauben schenken, so ist der Brasilianer an sich ein friedliebendes Volk. Freundlich, nett, ein wenig unschuldig oder naiv und vor allem harmoniebedürftig.

So ganz kann ich diese Meinung nicht teilen – siehe man nur mal das Verhalten im Straßenverkehr – aber etwas scheint dran zu sein. Denn wer soooo freundlich sein soll, kann sicher nicht ohne weiteres NEIN sagen!

Da kann man wirklich noch einiges lernen, vom Brasilianer. Daher habe ich hier anhand von Fallbeispielen ein paar Übungen vorbereitet:

1. In der Rolle der Sprachlehrerin

Man verabrede einen Termin, sage dann aber kurz vorher (max 2 Stunden) wieder ab, um einen neuen Termin zu vereinbaren. Auch diesen Termin verschiebe man unter heftigem Bedauern auf ein anderes Mal. Beim dritten Mal unternehme man gar nichts, gehe nicht hin, dafür schreibe man aber sofort einen Tag später eine Nachricht, wie leid es einem tue – und verabrede ein weiteres Mal. Und so weiter. Wichtig ist, dass die Gründe und Zeiträume immer anders gewählt werden.

Der Erfolg: Der Andere meldet sich ganz sicher nie wieder!

2. In der Rolle des Handwerkers

Man unterhalte sich am Telefon über ein Stück „Gewerk“, was zu erledigen ist. Man zeige sich begeistert, ja regelrecht enthusiastisch über den bevorstehenden Auftrag und erkläre sich gerne bereit, zu einem gemeinsamen Termin vor Ort zu erscheinen, um ein Angebot anzugeben. Und dann schalte man das Telefon aus und melde sich nicht mehr. Selbstverständlich erscheine man auch nicht zum vereinbarten Treffpunkt, der via Mailbox erhalten wurde.

Der Erfolg: Der Job geht garantiert an einen anderen.

3. In der Rolle der Physiotherapeutin

Man stelle sich via Internet mit seinem Handwerk vor. Es melden sich bestenfalls potentielle Kunden, auch telefonisch via Mailbox. Man lasse den Tag zu Ende gehen und rufe dann möglichst spät (etwa ab 23h) zurück, mit der Betonung, wie leid es einem tue, aber dass es nicht anderes gehe. Dieses Gespräch muß unbedingt ergebnislos bleiben und mit einem weiteren versprochenen Rückruf enden. Dieser darf aber nicht erfolgen, so dass der Andere sich von allein meldet. Dann absolut unverbindlich bleiben und klarstellen, dass ein Termin eventuell möglich sei, zwischendurch, aber nicht verabredet werden kann.

Der Erfolg: Der Kunde wird sich abwenden.

4. In der Rolle des Auftraggebers

Man stelle einen neuen Job in Aussicht und gebe dem Anderen die dafür nötigen Unterlagen mit der Bitte, sie innerhalb kurzer Zeit zu lernen um sich dann wiederzutreffen und das Gelernte abzufragen. Man sage etwa 2 Stunden vorher ab, verabrede aber einen neuen Termin (Siehe Sprachlehrerin). Jetzt seid ihr dran: Was muß als Nächstes passieren? … RICHTIG! Man nehme auch den Zweiten nicht wahr, aber unter größtem Bedauern und mit Ausdruck der Vorfreude aufs nächste Treffen. Gerne auch ein Zusatz, dass man schon sehr gespannt sei. Das Prinzip muß so lange fortgeführt werden, bis der Andere irgendwann nachfragt, was eigentlich los sei. Daher immer unterschiedliche Medien einbeziehen: Telefonate verabreden, persönliche Treffen, Skype-Sessions, E-Mails – da ist der Kreativität keine Grenze gesetzt.

Der Erfolg: Der Andere kommt sich irgendwann doof vor und gibt einfach auf.

Also Summasummarum: UNBEDINGT IMMER unverbindlich bleiben, Entscheidungen nicht treffen oder möglichst lange herauszögern. Wenn man keine Lust hat, ja sagen und sich nicht mehr melden. Oder sich einfach überhaupt nicht melden. Nun viel Spaß beim Üben 😉 pe

Kleiner Tipp: Als Rollen eignen sich auch hervorragend Makler, Versicherungsagenten und KFZ-Mechaniker

WASCHEN AUF BRASILIANISCH

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Das mit der eigenen Kategorie fürs Handwerk war durchaus ernst gemeint … wenden wir uns nun dem Elektro/Sanitärwesen zu!

Waschmaschine
(gesprochen Màquina de lavar roupa)

Der Brasilianer wäscht seine Wäsche bevorzugt mit kaltem Wasser. Bah Pfui rümpft da die gute, deutsche Hausfrau die Nase, das wird doch nicht sauber!!! Wird es doch irgendwie. Das Wasser ist hier megaweich und daher scheint es eine sehr gute Waschkraft zu haben. Sagt man. Außerdem gibt es ja Chlor, das hier gerne und reichlich zur Reinigung eingesetzt wird! Wir finden das nicht so richtig und sind daher froh, unsere eigene Waschmaschine mit bakterienkillenden 60-95°C importiert zu haben. Anschließen und dem Brasilianer mal zeigen: Nicht nur sauber, sondern rein – Guten Abend! Haben wir gedacht:

1. „Dona da Casa“ macht sich Sorgen über Breite der Türen im Waschraum … 55 cm bzw. 58 cm … könnte knapp werden

2. Maschine kommt an – 62 cm

3. „Chefe da Familia“ montiert Front und Tür ab und baut Gerät an Ort und Stelle wieder zusammen

4. Maschine funktioniert nicht

5. Elektrolux-Fachmann wird verständigt

6. Elektrolux-Team kommt, will aber nichts machen, da Maschine 50 Hz hat. Hier sind 60 Hz normal. Handwerker hat aber Schwager, der günstig gebrauchte Geräte vertickt, schlägt vor, Maschine mitzunehmen und Gebrauchte zu verkaufen

7. Chefe da Familia berät mit Kollegen – Ergebnis: ist Quatsch, Handwerker will abzocken.  50 Hz funktioniert – kann nur leichter kaputt gehen

8. Anderer Handwerker/Elektriker (Empfehlung) kommt – mißt und stellt fest, Platine ist kaputt, hat Feuchtigkeit abbekommen. Hat Bruder, der gebrauchte Geräte vertickt, will uns gebrauchte Maschine verkaufen

9. Wir entscheiden, neue Platine zu bestellen (billiger) und aus Deutschland mitbringen zu lassen

10. Senior Klein organisiert, Peter bringt mit (Zeitfenster 2 Wochen)

11. In der Zwischenzeit Waschsalon (sehr teuer) und Handwäsche

12. Neue Platine ist da, Elektriker kommt

13. Maschine funktioniert nicht

14. Elektriker nimmt Teile mit zum prüfen

15. Prüfung ohne Ergebnis – Maschine definitiv kaputt

16. Elektriker schlägt vor, Maschine zu verschrotten (Gerät 8 Monate alt) und vom Bruder eine Gebrauchte zu kaufen

17. Wäscheberge stapeln sich – 2 Monate ohne Waschmaschine – Waschsalon und Handwäsche – Dona und Chefe entscheiden, Deal zu machen, Maschine soll Samstag (heute) eintreffen

18. Elektriker ruft Freitag an – Deal klappt nicht – Bruder hat keine Maschine

19. Dona und Chefe entscheiden, ganz Neue zu kaufen

20. Dona checkt online Geräte kleiner als 58 cm – wird fündig

21. Dona und Chefe testen Geräte in verschiedenen Läden – Angaben stimmen nicht, Maschinen zu breit oder zu tief

22. Ein Gerät hat 59 cm – Dona hysterisch, Chefe sehr verstimmt

23. Chefe schlägt vor, 60 cm Maschine in der Küche zu installieren

24. To be continued …

Ach tut das gut, die Sch**** mal aufzuschreiben! Irgendwann können wir darüber lachen. Ich geh dann jetzt mal „waschen“ 🙁 pe

HANDWERK AUF BRASILIANISCH

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Es lohnt sich, zu diesem Thema eine eigene Kategorie zu eröffnen. Mittlerweile hatten wir mit diversen Bereichen der Handwerkskunst zu tun: Internet, Telefon und TV, Elektroinstallation, Sanitärwesen, Maler und Lackierarbeiten sowie Gärtnerei. Und wir können zu folgendem Schluß kommen: Nichts ist so wie es scheint und man sieht sich immer mehrmals. Und: Gelassenheit ist eine Tugend, die, wenn man sie nicht hat, am besten umgehend gelernt werden sollte. Aber nun alles hübsch der Reihe nach!

Internet, Telefon und TV – auch genannt NET
(gesprochen Netschie)

NET ist hier der Monopolist, d.h. braucht man Telefon, TV  oder Internet, kommt man an NET nicht vorbei. Sie sind die günstigsten und schnellsten mit dem besten Angebot. Sagt man. Die Beantragung erfolgt online und ist sehr übersichtlich und gut strukturiert. Dann wird ein Termin mit einem Team von Technikern vereinbart, die das Gewünschte im Heim installieren. Einfach, oder? Haben wir auch gedacht:

1. Techniker sollen Basisinstallation von TV, Intermet und Telefon vornehmen, Zeitfenster von 12-18h

2. Techniker kommen um 19h, wir nicht mehr da

3. Erneuter Anruf bei NET (ca. 1 Stunde, das Gespräch führt ein, der portugisischen Sprache mächtiger Kollege von Jo, da man durch mehrere Instanzen weiterverbunden wird – sehr kompliziert) und Terminvereinbarung 2 Tage später, Zeitfenster 6 Stunden

4. Techniker kommen und installieren alles. Internet + Telefon fehlen noch im Büro

5. Anruf bei NET (ca. 1 Stunde wie gehabt) wegen Büro

6. NET-Mitarbeiter kommt und nimmt die Wünsche entgegen, um dann 2 Tage später ein Team zu schicken, das alles installiert

7. Wünsche: Verlegung des Internetzugangs + TV im Haus, Organisation der vielen, in alle Richtungen laufenden Kabel, Installation eines zweiten Internetzugangs und Telefon im Büro

8. Team kommt nicht (Zeitfenster 6 Stunden)

9. Erneuter Anruf bei NET (ca. 1 Stunde wie gehabt) und Terminvereinbarung 1 Woche später, Zeitfenster 3 Stunden

10. Techniker kommt, kann aber nichts machen, weil für anderen Spezialbereich

11. Zweiter Techniker kommt und montiert das Gewünschte im Büro und erhält von der „Dona da Casa“ eine Kurs im rechtwinkligen Kabelverlegen – der Brasilianer ist da ja nicht sooooooo

12. Telefone funktioniern nicht mehr

13. Anruf bei NET (ca. 1 Stunde wie gehabt), Terminvereinbarung 3 Tage später, Zeitfenster 6 Stunden

14. Techniker kommt zu früh – keiner da

15. Techniker kommt nochmal,  kann aber nichts machen, weil für anderen Spezialbereich. Verständigt anderen Techniker

16. Anderer Techniker kommt am nächsten Tag und installiert Telefon. Dabei liegen Kabel wieder diagonal, kreuz und quer, Techniker erhält ebenfalls Kabelverlegungskurs – „Dona da Casa“ am Rande der Hysterie – Nein: hysterisch

17. To be continued …

Wenn wir hier nicht lernen, ganz entspannt mit den Unwägbarkeiten des Alltags umzugehen, lernen wir es nirgendwo auf der Welt 😉 pe