UMZUGSFINALE

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Was lange währt wird endlich gut. Container ist da. Internet ist da. Telefon und TV theoretisch, jedoch sind wir da jetzt in der Pflicht mit dem Kauf und der Montage der nötigen Endgeräte. Die Wohnung ist nun nahezu vollständig eingerichtet und während ich das schreibe, wuchtet Jo die letzten Bücher aus den Pappkisten ins frischgekaufte Regal.

Als der Container kam gab es erst noch einen kleinen Schreck, denn die Kisten waren beim Beladen in São Paulo nicht ordentlich gesichert worden und als die Plomben geknackt und die Tür geöffnet wurde, kam den Packern die Fracht entgegen. Daher musste das gesamte Umzugsgut vorsichtig aus dem Innenraum in einen Shuttle-LKW umgepackt werden, der dann Kiste für Kiste für Kiste zu unserer Wohnung brachte.

Zum Glück hielt sich das Drama in Grenzen. Erwischt hat es leider die Kunst und heute ist die Schadensmeldung an die Versicherung rausgegangen, die hoffentlich anstandslos den Deckel begleichen wird!

In den letzten zwei Wochen haben wir eigentlich nichts anderes getan als arbeiten und packen und räumen und bohren und dübeln und schrauben und putzen und tragen und zwischendurch schlafen und essen, was aufgrund der gigantischen Anzahl an türkischen Imbissstuben kein aufwändigeres Problem darstellte – wahrscheinlich auch ernährungsphysiologisch nicht die Vollkatastrophe?! Echt goldene Kundekarten haben wir mittlerweile beim Bauhaus in Köln Kalk und bei Ikea, an der von Aldi arbeiten wir gerade 😉

Summasummarum hatten wir 150 Umzugsgüter plus die Kartons, die erst gar nicht mit nach São Paulo gereist sind, sondern ordentlich gestapelt auf unsere Rückkehr gewartet haben. Ein Teil davon ist direkt in die große Flohmarktkiste gewandert, denn mal ehrlich: Was man drei Jahre nicht brauchte – braucht man auch nicht danach! (Außer natürlich der Kiste mit Karnevalskostümen!)

Als dann – Wohnung gut, Basis gut und nun schauen wir mal weiter! pe

NEUSTART

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Was so alles erledigt sein will, wenn man irgendwo neu anfängt?

Seit 14 Tagen sind wir nun in Deutschland und können ganz glücklich verkünden, dass die neue Bleibe gefunden ist. Das ging sogar am schnellsten, hatten wir die Wohnung bereits von São Paulo aus im Internet entdeckt und den Kontakt zum Makler aufgenommen, um unser Interesse sehr laut und deutlich zu bekunden.

Künftig werden wir also in Kalk wohnen und ich werde von dort aus arbeiten. Diesen Stadtteil von Köln haben wir in der letzten Zeit ausgiebig erkundet und ich glaube: alles richtig gemacht ;-), denn dort vermischt sich ebenfalls alt mit neu, schäbig mit chic und das Stadtbild ist geprägt von Multikulti … sehr sympathisch und ein bisschen Pinheiros … aber nur ein bisschen …!

Die neue Wohnung ist in einem Altbau untergebracht und wurde gerade renoviert, sodass wir eigentlich nur noch etwas bunte Farbe an die Wände bringen und die Küche organisieren müssen. Küche = IKEA, zumindest mit schmalem Portemonnaie und jetzt habt ihr in etwa eine Idee, wo wir in der letzten Woche relativ häufig anzutreffen waren, neben Elektrogroßmärken, dem Bettenhandel, dem Bezirksamt, der Bank, Net(schie) Cologne und den anderen unglaublichen Telefonläden, die offensichtlich in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden sprossen und die in Kalk sehr speziell sind.

(Ach so: In Kalk gibt es vermutlich auf jeden fünften Einwohner ein Fingernagel-Studio Jasemine, Jaqueline oder Brigitte und ich kann sagen, dass ich noch nie so viele lustige Fingenägel-Designs auf offener Straße gesehen habe.)

Nächste Woche Mittwoch erhalten wir den Wohnungsschlüssel, zwei Tage später werden Möbel und Geräte geliefert und am kommenden Wochenende gestrichen und gebaut, was das Zeug hält! Wer sich als besonders geeignet betrachtet, eine Küche aufzubauen bzw. Wände zu streichen, ist hiermit herzlich zur Mithilfe eingeladen!

Also im Großen und Ganzen läuft der Neustart bisher sehr gut (schnell auf Holz und an den Kopf geklopft). Sicher auch, weil man sich in Deutschland eben doch auf Andere verlassen kann und die Bürokratie nicht ganz so irre ist!

Beispiel Stadthaus und Anmeldung: In São Paulo hätten wir mindestens 1x wiederkommen müssen, da es Unklarheiten in unseren Unterlagen gab – ich zum Beispiel offiziell noch gar nicht verheiratet bin ;-)! Um das nachzuweisen, hätte ich eigentlich die Heiratsurkunde gebraucht, aber die ist im Container, somit hätten wir uns theoretisch noch nicht anmelden können, was bedeutet hätte, dass der Container nicht ankommen kann, weil dazu eine offizielle Meldebescheinigung vorliegen muss! (Nur mal so!)

Aaaaber es ist alles gut, wir sind busy, mittlerweile „entwattiert“ und haben in den letzten Tagen richtig Lust auf Köln und die Kölner bekommen. pe

Noch 14 TAGE

Man kann die verbleibende Zeit noch nicht an einer Hand abzählen, aber viel fehlt da nicht mehr. In 14 Tagen um diese Zeit wird hier eine Horde von Möbelpackern durch die Wohnung wuseln und packen, was das Zeug hält, denn im Laufe von zwei Tagen soll alles im Container verstaut sein. In 14 Tagen werden wir auch die letzte Nacht hier im Appartment verbringen, danach gehts für kurze Zeit ins Hotel, bis hier alles Formelle erledigt ist.

Grundsätzlich laufen die Abreisevorbereitungen bisher ganz gut. Bis auf den Herd sind alle Elektrogeräte versprochen. Den Fernseher nehmen wir jetzt mit, denn laut Aussage des Fernsehmechanikers des Vertrauens meiner Eltern „is dat kein Probleeeeem und zu 85% kann er jarantiere, dat dat Ding he lööf!“ 85% müssen reichen 😉

Ob wir das Auto vernünftig loswerden, wage ich zur Zeit noch zu bezweifeln. Wir haben zwar die Rücknahmegarantie des Autohändlers, der uns den Wagen vor drei Jahren verkauft hat, aber der ist gerade ausgesprochen zögerlich mit der Herausgabe eines Angebotes und wir fürchten, dass er auf Zeit spielt um den Wagen im letzten Moment für Nüsse wieder anzunehmen. Aber kommt Zeit, kommt Preis. Jetzt versuchen wir es erstmal im brasilianischen Ebay, genannt Mercado Livre!

Unser letzter Tag in São Paulo ist der 30te Juni. Danach fahren wir mit einem Mietwagen noch drei Tage ans Meer in die Nähe von Parati, um langsam und schonend von Brasilien Abschied zu nehmen. Den Wagen geben wir auf der Rückreise am Airport ab und vom Parkplatz gehts direkt in den Flieger. So sehen wir São Paulo nicht mehr und das ist vermutlich auch besser so, denn die Gefühlslage ist gerade doch ausgesprochen durchwachsen.

Ich heule schon seit Wochen in Etappen vor und hoffe, dass dann am Ende alles ge- und beheult ist 😉 Jo wird auch langsam ein wenig waidwund. Wir versuchen, die Zeit noch in vollen Zügen zu genießen, aber es hat vieles schon den „das letzte Mal“-Stempel und das macht dann doch am Ende traurig, weil wir das alles hier und die alle hier vermutlich eine ganze Weile nicht wiedersehen werden.

So glaube, ich, dass die richtig Vorfreude auf Deutschland erst im Flieger kommt, wenn wir auf dem Weg nach Frankfurt sind! Schaun mer mal! pe

ABSCHIED NEHMEN

Das tut immer weh und ich bin da gar nicht gut drin, aber der Abschied gestern hatte eine Dimension, mit der ich nicht gerechnet hatte. Eigentlich wollte ich nur mal zum alten Haus in die Flexa fahren und Donisete, dem „All-Wetter-Parkticketverkäufer“, besser gesagt, der guten Seele der Straße ein fröhliches „Bom Dia“ sagen. Und dann das hier!

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Nachdem wir ausgezogen sind stand das Haus lange Zeit leer und ist erst kürzlich verkauft worden. Die neuen Besitzer bzw. deren Architekt sind gerade dabei, keinen Stein mehr auf dem anderen zu lassen.

Normalerweise kümmert mich Renovierung nicht, aber das Haus war einfach eine Perle und wunderhübsch mit den alten Fliesen, Fenstern, Bädern – dem Wintergarten usw. Die, die es gekannt haben, werden mich verstehen! Ich heule schon wieder, wenn ich daran denke, dass davon nur ein paar tragende Wände übrig bleiben.

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Wie kann man so wenig Sinn für den Erhalt von Altem und Besonderem haben? Hier in São Paulo ist man mit der ganz großen Abrissbirne unterwegs, um neue und moderne Gebäude aufzubauen. Das sehen wir häufig bei uns im Viertel, wenn die kleinen Stadthäuschen verschwinden. Und jetzt leider auch in der Flexa.

Donisete hatte auch ganz feuchte Augen, als er mir die Umbauarbeiten zeigte. Aber er meinte, es wird sicher ganz schön und hat mich feste gedrückt. Gute Seele! 😉 pe

Noch 70 TAGE

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Zack – jetzt ist der April auch schon bald vorbei. Im Moment rast die Zeit und eh wir uns versehen ist schon Juli und wir kommen zurück nach Deutschland. Nur noch 70 Tage Brasilien. Auweia!

Die Vorbereitungen für den „Rückzug“ haben bereits begonnen, d.h. ein Umzugsunternehmen ist verständigt, der Umzugspartner hier vor Ort war da und hat unser Hab und Gut inspiziert, die Termine sind gemacht und in Köln läuft die Suche nach einer passenden Bleibe.

Beim Besuch der professionellen Umzieher haben wir erfahren, dass alle Güter, die wir damals ins Land gebracht haben, nun auch wieder raus müssen. Passiert das nicht, darf nachträglich Einfuhrzoll erhoben werden und das kann empfindlich teuer werden. Das Nachprüfen erfolgt übrigens über die Pack- und Versicherungslisten, die wir eingangs 2009 ausgefüllt haben. Steht da zum Beispiel eine Waschmaschine drauf, muss auch wieder eine raus und jetzt seht ihr in etwa, wo der Hase im Pfeffer liegt. 😉

Ende Juni kommt dann eine Horde Packer und packt alles ein, was nicht vorher im Koffer in Sicherheit gebracht wurde. Wir dürfen da nicht selber Hand anlegen, da unsere Sachen sonst nicht versichert sind. Angeblich brauchen sie für unseren Hausstand nur 2 Tage, dann ist alles im Karton und geht, sobald wir das Land verlassen haben, auf eine sechswöchige Reise per Containerschiff, bis es irgendwo in Köln wieder rausdarf.

Wo, das finden wir gerade heraus und drückt uns mal die Daumen, denn wir haben eine sehr hübsche Wohnung entdeckt, deren Besitzer sich bitte für uns als Mieter entscheiden soll. So, und jetzt weitermachen. pe

BALD IST WEIHNACHTEN

São Paulo macht sich für die Feiertage parat und das geht auch an unserem Condominio nicht spurlos vorbei. Seit Tagen werden Lichterketten und Lampen verkabelt, künstliche Tannengirlanden an den Eingängen drapiert und einen mechanischen Santa werden wir auch bald auf der Wiese haben, der den Deckel von einer Kiste abhebt, in der ein Schneemann wohnt. Jawohl! Alles wird mit ganz viel Sorgfalt und Liebe zum Detail hergerichtet und ich finde es ganz rührend, daher kann ich euch nicht den Blick vorenthalten, den wir neuerdings morgens haben, wenn wir den Aufzug verlassen! pe

SÃO PAULO RELOADED

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So langsam kommen wir runter. Der Umzug ist geschafft, unsere Sachen haben zum größten Teil ihren neuen Platz gefunden und nun beginnen wir, uns neu einzuleben.

Wir wohnen jetzt in Pinheiros (auf der rechten Seite in der Linkliste findet ihr einen Link zu Google Maps). Dieses Bairro hatten wir schon vor langer Zeit als unser Liebstes gekürt, denn hier vermischt sich Neues und Altes São Paulo auf wunderbare Weise: Es gibt noch die kleinen Stadthäuschen neben den hohen Wohntürmen. Es gibt noch kleine schimmelige Läden neben exklusiven Ladenlokalen. Gastronomisch geht auch fast  alles und sozial ein Nebeneinander verschiedener Schichten – wobei es keine Favelas mehr gibt (soweit ich weiß).

Wir sind nun urbaner unterwegs (geht das überhaupt in São Paulo – noch urbaner???) und haben beide festgestellt, dass es genau das ist, was wir leben wollen. Das Haus war toll, aber rückblickend nicht unser Lebensstil – das haben wir in der ersten Woche hier gemerkt. Das liegt sicherlich am schönen Appartment, mit dem wir wirklich großes Glück gehabt haben – oder sollte ich sagen: die Belohnung für unsere große Anstrengung und das viele Pech im Januar? 😉

Wir haben beide das Gefühl von „São Paulo reloaded“. Es scheint, eine große Last ist abgefallen (nicht nur finanziell) und das Lebensgefühl ist leichter, unkomplizierter und freier. Vielleicht hat sich im Haus in den letzten anderthalb Jahren eine schlechte Energie angesammelt – vielleicht war dort durch den harten Anfang in São Paulo irgendwann alles nur noch geprägt von Komplikation, Stress, Verlust? Oder wars einfach nur zu feucht? Keine Ahnung, aber irgend so etwas wirds wohl sein.

Als dann, schaun wir mal, was nun kommt. Anbei ein kleiner Film von unserem Umzug und der neuen Wohnung (allerdings ohne wüste 60er Parties – Thorsten 🙂 pe

>>> move

APPARTEMENT

Habe mich zum Schluß gar nicht mehr getraut, eine Erfolgsmeldung zu veröffentlichen, da jedesmal wenn ich es tat oder jemandem geschrieben habe, dass etwas geklappt hat, sofort das Gegenteil eingetreten ist.

Insofern glich unsere Wohnungssuche einer Odyssee, wie ihr lesen konntet, aber letzten Freitag um 14.30h Ortszeit São Paulo hat die Vermieterin den Vertrag unterzeichnet. Dieser muß nun noch vom Bürgen gegengezeichnet werden und dann können wir umziehen.

Der Umzug ist für den nächsten Samstag geplant, wobei das Umzugsunternehmen heute erstmalig zu uns kommen soll, um einen KVA abzugeben, die Lage zu peilen und um jede Menge Kartons dazulassen – die kann man hier nicht im Baumarkt kaufen – das geht nur über das Unternehmen. Der Termin ist um 10h, aber um ehrlich zu sein, rechne ich nicht damit, dass jemand kommt, denn heute ist ein Brücken-, morgen ein Feiertag. Da ist der Brasilianer lieber am Meer. Aber warten wir es ab …

Oben seht ihr unser neues Haus – vielmehr das, in welchem sich unser Appartement befindet. 11 Stock – Nr. 113 – also nix für abergläubische Menschen oder solche mit Höhenangst. Jetzt denkt ihr bestimmt: Ach du Sch …, oder? 😉 Haben wir auch, bis wir das Appartment von innen gesehen haben. pe

UMZIEHEN

Im Oktober haben wir bereits mit der Wohnungssuche begonnen. Nach guter, deutscher Tradition mit viel Vorlauf, um uns eine Meinung bilden zu können und natürlich um rechtzeitig an die guten Wohnungen in dem Viertel heranzukommen, das wir uns ausgesucht haben. Alles Käse! In Brasilien läuft das anders.

A) Es wird nicht gekündigt – das Wort Kündigung existiert im Brasilianischen nicht – wer hätte das gedacht – siehe brasilianisches Nein 😉 – man verlängert der Vertrag einfach nicht mehr und formuliert das in einem netten Brief an den Vermieter, bevor man das Weite zu suchen gedenkt.

B) Man kündigt – ach natürlich: verlängert den Vertrag nicht mehr – einen Monat vor Umzug. Das heisst, theoretisch beginnt die Phase der Wohnungssuche, wenn die alte Wohnung bereits nicht verlängert ist. Und auch erst dann nehmen Makler Notiz und fangen an, sich ein wenig zu kümmern. Oder dich mit deinem Anliegen, eine Wohnung zu finden, ernst zu nehmen.

C) Ist ein geeignetes Objekt via Internet enttarnt, wird das Interesse ausgesprochen und im besten Falle eine Vorreservierung vorgenommen. Ab dann hat man (laut Makler) genau 48 Stunden Zeit, folgende Papiere zu transferieren: Gehaltsbescheinigung, Visakartenauszug + Limit, Kontoausszüge der letzten drei Monate, Gas-, Wasser- und Telefonrechnungen um beweisen zu können, dass man in Brasilien lebt, diverse Formulare zur Person, zur Person des Ehegatten und der jeweiligen Eltern.

Des Weiteren braucht man in Brasilien eine Bürgen um eine Wohnung mieten zu können, der glaubhaft versichern muß, dass er im Falle des Nichtzahlenkönnes der Mieter flüssig genug ist, um die Rechnungen zu begleichen. In unserem Falle ist das die Schule bzw. eine Gesellschaft, die der Schule angehört. Auch hier werden reichlich Unterlagen benötigt, die die Solvenz des Bürgen unter Beweis stellen – bishin zur Unterschrift des Vorstandes und der Bilanz des Unternehmens. Also ein Wahnsinn an Papierkram, damit auch ja nix passieren kann und niemand behaupten kann, er hätte nix gewusst.

D) Liegen alle Unterlagen vollständig vor (was bei uns dann doch zwei Wochen gedauert hat), wird der Vorgang an den Vermieter weitergereicht und der sagt dann ja oder nein. In unserem Falle hat er heute ja gesagt – vier Tage bevor die Kündig … Nichtverlängerungsfrist abgelaufen ist. Puuuh!

E) Daraufhin begeben sich alle Mann in die Wohnung, um dort eine Abnahme vorzunehmen und bis ins Kleinste zu dokumentieren, wie der Ist-Zustand ist. Denn werden bei Auszug Mängel festgestellt, die vorher nicht da waren, muß der Mieter dafür aufkommen.

F) Verträge werden in der Regel für 30 Monate angesetzt. Zieht der Mieter vorher aus, muß er eine Multa – also Strafe zahlen, die sich auf Basis der Miete und der abgelebten Mietzeit berechnet. Wir werden also noch fett zur Kasse gebeten, da wir ja nur 15 Monate hier im Haus gewohnt haben. Aber das rechnet sich, denn der neue Mietzins ist nur halb so hoch wie der zur Zeit anfallende.

Als dann, Ende gut alles gut und schnell auf Holz geklopft – wer weiß, was noch kommt??? pe

RECYCLING

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Das Papierrecycling ist in São Paulo einfach. Man muss nur jemanden fragen, der genug Leute kennt (Donisätschi) und schon kommt ein alter Mann mit Holzkarren und lädt auf. Er hat fast den gesamten Papierberg vor dem Haus in seinem Karren verstaut und ist dann zu Fuß über die lärmenden Straßen den Berg hoch Richtung Vila Mariana gelaufen, um das Papier gegen Dinheiros einzutauschen. 50 RS war der Haufen in etwa wert, das sind 20 Euro. Circa 1,5 Stunden später war er wieder da, um die Reste mitzunehmen.

Als ich ihn fassunslos gefragt habe, ob er das jetzt alles nach Vila Mariana den Berg hochziehen muß, hat er gelacht und gemeint, ich sei wohl nicht aus São Paulo! pe

CONTAINER „JETZT“

São Paulo / 04.11.09 / 9.00h / Vor einem Jahr zur gleichen Zeit ging uns der Hut, da wir auf dem Weg zum Standesamt waren. Nun geht er, weil der Container kommt! Irgendwie scheinen wir den 4ten im Abonnement zu haben?! 😉 Donisätschi (mdl.), der Sicherheitsbeauftragte, Parkticketverteiler und eigentlich die gute Seele der Straße, hatte schon früh morgens 4 Parkplätze freigehalten, so dass der LKW zackig einparken konnte.

Auweia, da isser! Eine lange Reise um die halbe Welt hat er hinter sich – knapp 4 Monate war er nun unterwegs – von Köln nach Bremen, dort zwischengelagert, dann nach Antwerpen, über den Atlantik in den Hafen von Santos, dort auf den Lkw nach São Paulo. Und jetzt steht er wieder vor unserem Haus! Mit unseren Sachen drin!

Hoffentlich ist alles heil! Hoffentlich sind keine Fische drin! Hoffentlich …! Hatte mal richtig heftig Herzklopfen und mir war ein bißchen schlecht! 😉

Die Plombe wurde aufgeknackt, die Tür entriegelt und aufgeschoben: Keine Fische (noch nicht mal die silbrigen)! Kein Moder! Kein Vandalismus der Zollbehörde! Und das Entladen war eine entspannte Sache von 1, 5 Stunden – zumindest für mich, da ich als Packlistenchefin schick die Herren nebst Kisten auf die verschiedenen Zimmer deligieren konnte!

Und dann durften wir auspacken und das war wirklich wie Weihnachten. An einige Sachen konnten wir uns gar nicht mehr erinnern. Manches hätten wir besser in Deutschland gelassen, anderes ist jetzt Gold wert! Endlich wieder ein scharfes Messer! Richtige Teller! Ein Sofa – nicht mehr auf dem Teppich sitzen! Ein richtiges, breites Bett!

Bücher!  Klamotten – wobei ich die warmen jetzt wirklich nicht mehr brauche 😉 Ach ganz toll!

Der Umzug war zwar ein riesen Heckmeck und wahrscheinlich würden wir es nicht noch einmal so machen. Aber jetzt, wo die Sachen da sind, ist es ein irre schönes Gefühl! Eben ein richtiges Zuhause! Und irgendwie merkwürdig, dass die Sachen, die wir das letzte Mal in Köln vor 4 Monaten gesehen haben, jetzt „auf einmal“ in Brasilien sind! pe

 

FLEXA

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Da simmer wieder! Seit Samstag letzter Woche wohnen wir in einem zauberhaften Haus (mit übrigens ordentlich Platz für Gäste!) in Jardim Paulistano – quasi ein paar Kilometer um die Ecke des lustigen Torre de Siena. Der Abschied von dort ist uns nicht schwergefallen – zwei Fuhren mit dem Auto und die Sache war erledigt. Schon erstaunlich, was sich in so kurzer Zeit alles ansammelt???

Die Ankunft im Haus war hingegen schon eher etwas problematisch, da diverse „Spezialisten“ alles von oben nach unten gekehrt hatten – Renovierung nennt man das wohl. Eigentlich war abgemacht, dass zumindest die obere Etage in „gutem“ Zustand übergeben wird, aber guter Zustand ist ja Auslegungssache. Jedenfalls sah’s aus wie Sau und Jo und ich haben erstmal nur geschrubbt, um irgendwie dort wohnen zu können. Zwischenzeitlich hatte ein Gärtner, der den Auftrag hatte, die Pflanzen aus ihrem Urwalddasein zu befreien, so beherzt mit der Heckenschere zugelangt, dass ein Baum fast komplett nach nebenan gefallen ist. So haben wir dann auch die Nachbarn zügig kennengerlernt.

Aber alles in allem ist der Einzug gut verlaufen. Seit heute haben wir wieder Internet und Telefon und fangen an, uns hier einzuleben. Und die Umgebung zu erkunden.

Die Gegend ist anders, etwas extremer und wir wohnen mittenmang. Links herum landet man im Trubel aus Menschen, Büros, Traffic, kleinen Läden sowie Shoppings und Imbissstuben – rechts herum wirds nobel, ruhig und stark bewacht. Demzufolge hatten wir links rum das widerlichste Essen in unserer gesamten Zeit hier – Durchfallattacke inklusive – und rechts rum auf der Suche nach einer gemütlichen, kleinen und günstigen Kneipe das bisher beste … und teuerste 😉 pe

 

UMZUG

Noch 1x im Torre schlafen und dann gehts los ins neue Haus, das jetzt für die nächsten Jahre unsere Bleibe in São Paulo sein wird. Da wir noch keine funktionierende Internetverbindung haben, geschweige denn Telefon, ist die Kommunikation jetzt vorerst on hold – mal schaun, ob wir zwischendurch funken können. Als dann bis bald pe

AUF GO

Ihr lieben, wollte mal kurz ein Lebenszeichen von uns geben. Viel Neues gibt es nicht zu erzählen. Seit zwei Wochen sind wir innerlich auf Go und können es kaum noch erwarten, endlich umzuziehen. Unser Flat, so praktisch das für den Anfang war, geht mittlerweile gar nicht mehr – zu klein, zu laut, zu wenig persönliches hier.

Am Freitag unterschreiben wir – wenn alles gut verläuft – den Mietvertrag für unsere neue Bleibe. Wir haben ein sehr schönes, altes Haus (60er) gefunden, das gerade noch renoviert wird und dann hoffentlich am 3. Oktober parat für den Einzug ist. Einzug, heisst: Mit unseren Koffern, dem Huhn Elsa, dem Sitzsack, unseren Andenken aus Köln und den Lebensmitteln und Utensilien, die wir bisher hier zusammengesammelt haben. Möbel sind da dann noch keine, so dass wir 1 oder 2 Wochen im Haus mehr oder weniger campen werden.

Der Container ist ab dem 6ten in Santos vorgemerkt und wir wären total happy, würde er ab dem 13ten zu uns geliefert. Dann hat Jo eine Woche „ferias de batatas“ – also Kartoffelferien und wir könnten gemeinsam die Kisten auspacken und Möbel verteilen. Darauf freu ich mich sehr, hab schon das halbe Haus vermessen und mein Computer ist voller Pläne, wo man was wie hinstellen könnte, welche Farben an den Wänden gut aussehen, was es noch zu organisieren gibt und was wir zusätzlich an Möbeln etc. kaufen müssen.

Mit „Einkaufen“ … ja, ja, ja … beginnen wir heute Nachmittag – erstmal praktisch, weil wir brauchen Gasherd und Kühlschrank. Dann gehts raus nach Embu, um nach einem Tisch zu fahnden – eigentlich haben wir schon einen tollen gesehen, aber ob der noch da ist? Ja und dann habe ich am Samstag auf einer Busfahrt einen GROSSEN Teppichladen entdeckt … da könnte man auch hin … nur so zum gucken … 😉

Das Möbelgucken ist hier übrigens ziemlich genial, denn oft sind die Geschäfte auf den Straßenzügen monothematisch – es gibt z.B. Handwerkerstraßen, Brautmodenstraßen, Lampenstraßen. Und eben auch Möbelstraßen. Eine ganz besonders tolle und teure, weil italienisches Design und Designklassiker ist bald direkt nebenan – zum Gucken und Inspirieren schön, zum Kaufen unmöglich! Leider sind Design-Möbel oder -Klassiker noch unerschwinglicher als bei uns wegen Export und Co. Ein Kartell-Stuhl kostet beispielsweise das Vierfache. Aber der findige Brasilianer hat trotzdem eine Lösung parat und kopiert einfach. Diese Möbel stehen dann eine Straße weiter oder im brasilianischen IKEA – sprich ETNA. pe

CONTAINER

Übermorgen wird unser Container in Antwerpen auf die MSC Laura gehievt und ab geht’s über den Ozean. Das Schiff läuft am 06. Oktober in Santos ein (In shalah ;-)) und dann liegt es am Gutdünken der dortigen Zollbehörde (und an der Vollständigkeit unserer Papiere), wann die Fracht nach São Paulo weitergeleitet wird.

Es ist wirklich unglaublich, wie aufwändig so ein „kleiner“ Umzug in ein anderes Land ist. Oder liegt es an der Bürokratie hier in Brasilien? Jedenfalls braucht man: Die gültige CPF (Steuernummer), einen Ausweis (Carteira), der bestätigt, dass man eine Aufenthaltsgenehmigung hat, die Dienstpässe, die Dienstbescheinigung, Geburts-und Heiratsurkunden, vollständige Listen der Umzugsgüter, der Versicherungen und den Vertrag über den Umzug, Erklärungen über die Beschaffenheit der Lieferadresse und fast alles davon beglaubigt und in portugisischer Übersetzung. Habe ich noch was vergessen? Kann sein 😉

Die Beschaffung dieser Dokumente hat Jo, Ilse von der Schule, Giselle von der Umzugsbehörde in Santos und mich die letzten Wochen ordentlich in Atem gehalten. Vor allem das Thema Carteira, denn es war lange fraglich, ob und wann dieses Dokument ausgestellt wird. Es gibt zur Zeit neue Bestimmungen über das Aufenthaltsrecht und es ist noch nicht endgültig geklärt, wie lange wir hier eigentlich mit gültigem Dienstpass bleiben dürfen. Im Moment gilt sie für 6 Monate.

Wie auch immer, das Ding geht jetzt auf die Reise und wir hoffen, dass alles gut wird – dass der Container nicht vom Schiff fällt, dass er nicht voll Wasser läuft weil er ganz oben steht (das ist einem Schüler von Jo passiert – die haben den Container aufgemacht und dann kam erstmal der Atlantik heraus) und dass die Behörden in Santos gerade nicht streiken, denn dann würden Lagergebühren fällig, die nach dem Mondkalender oder whatever berechnet werden und astronomisch sind. Jo hat von einer Frau gelesen, die ihren Container in Salvador 3 Monate nicht auslösen konnte und letztlich das Ding im Meer hat versenken lassen, weil ihr die Standgebühren über den Kopf gewachsen sind. Auweia 😉 Aber bei uns passiert das nicht! Also Daumen drücken! pe

ES GEHT VORAN

Wir haben unsere Carteiras – also die Ausweise, die bestätigen, dass wir jetzt in São Paulo leben und die für uns erstmal 180 Tage gültig sind. Damit stünde jetzt auch unserer Containerverschiffung nichts mehr im Weg und wir könnten in etwa 2 Monaten umziehen. Wie gesagt – alles noch im Konjunktiv und schnell auf Holz geklopft.

Daher haben wir jetzt Kontakt zu Wohnungsmaklern aufgenommen und gestern hatte ich die erste Besichtigungstour. Die ersten beiden Appartements hätte ich eigentlich gar nicht betreten wollen – Auweia! Aber man muß ja auch die Schattenseiten kennenlernen, um dann die Sonne genießen zu können 🙂

Das dritte Ding war der Hammer. Total 70ies, loftartig und über 2 Etagen mit Dachterrasse und Pool. Da hat das Mädchenherz einen Megahüpfer getan, weil es schon in Gedanken saucoole Sommerparties feiern wollte und sofort bereit war, den bisher nicht vorhandene grünen Daumen hervorzukramen, um die Zeit mit Hege und Pflege des noch nicht vorhandenen Dachgartens zu verbringen.

Aber Jungs sind da ja pragmatischer. Falsche Seite – die Terrasse geht nach Süden, was unserem Norden gleichkommt, weil selten Sonne. Ein Zimmer zu wenig. Vielleicht zu teuer. Warscheinlich zu teuer. Zu teuer. Im Moment! Den Aufzug hört man. Eventuell muß ein Dachfenster neu abgedichtet werden. Und die Planken um den Pool sind in einem schlimmen Zustand.

Hab trotzdem schon mal vorsichtshalber eine Skizze gemacht und virtuell Möbel verteilt 🙂

Die nächsten beiden Appartements waren ok, aber nicht begeisternd. Wie auch, nach Nr. 3 🙂 Die Aufteilung ist hier fast immer gleich. Die Wohnung gliedert sich in drei getrennte Bereiche: Küche + Waschküche + Raum fürs Personal / ein großer Wohn- und Essraum / weitere kleine Räume zum Arbeiten, Schlafen oder für die Kinder. Meist gibt es zwei Eingangstüren. Die eine führt direkt in die Küche und ist für die Empregada*, also die Hausangestellte. Die andere führt in den Wohnbereich. Je nach Budget fällt das Ganze großzügig oder lausig aus. Bisher haben wir eher zweiteres  gesehen, aber am Freitag gehts weiter mit der Besichtigungstour. Dann werden wir uns auch ein Haus anschauen – bin mal gespannt. pe

BETTHUPFERL

 

Statt Schokolade: Die Überspannungssteckdose. Die Stomschwankungen sind hier so heftig, dass gerne mal die Netzteile der Geräte durchknallen. Daher immer rechtzeitig alles wieder aufladen. Und wenn das mal nicht klappt, muß Mann halt mit halbabrasiertem Bart in die Schule fahren … 😉 pe

ONLINE!

Adé Café do Ponto! Seit letzter Woche sind wir endlich im Appartement online. War ein bißchen Gefummel, aber jetzt haben wir eine funktionierende Leitung via Ethernet. Welt, du hast uns wieder! Übrigens könne wir jetzt auch telefonieren – daher legt euch doch bitte einen hübschen Skype-Zugang zu, dann können wir uns sogar zuwinken 🙂 pe

220V

Ohne den Würfel geht gar nichts! Im Moment klemmen wir alle Geräte an diesen kleinen Stecker, der eine direkte Verbindung zu 220V hat. Das haben die anderen Steckdosen leider nicht – 110V ist hier Status Quo. Alte Scheiße … 😉 pe