KOSMETIK

Ein bißchen ging mir schon der Hut, als ich gestern zu meinem ersten Kosmetiktermin aufgebrochen bin. Mußte aber dringend sein, denn mit Gesichtsreinigung allein kommt man hier, dank des Drecks in der Luft, auf Dauer nicht weiter.

Im Grunde läufts wie bei uns: reinigen – peelen – bedampfen – ausreinigen – desinfizieren – massieren – maskieren – waschen – pflegen – und auf Wunsch: zupfen. Nach 2 Stunden war die Sache erledigt und meine Haut war um gefühlte 15 Sälbchen und Tinkturen reicher.

Bis dahin alles fein.

Hattet ihr schon mal eine Anti-Age-Behandlung? Die Kosemtikerin meinte, das täte Not … Grummel … aber wo se recht hat. Ich kannte das bisher noch nicht, daher kann ich nicht sagen, ob üblicherweise ein elektrischer Pol in den Nacken gelegt wird, ich nehme mal an die Erdung, um dann mit einem zweiten elektrischen Ding die Falten zu massieren???

Das hat beides ordentlich gebizzelt und ich sah meine Haut schon im Auflösungsprozess begriffen. Die Haut im Gesicht war bis zum Abend schwerst nervös, aber hats überlebt. Dafür habe ich jetzt, neben den Falten, an denen man keine wirkliche Veränderung feststellen konnte, ein kleines, rundes Elektro-Schmormal im Nacken.

Die haben da auch noch Anti-Cellulite- und Antifettbespassung. Ohne mich! pe

SOHO

Oh Gott, ich muß zum Friseur. Letzte Woche war es soweit. Ich hätte es ja noch länger aussitzen wollen, aber Babett meinte zurecht: Geh lieber, wenn deine Haare noch ungefähr so aussehen, wie du sie haben möchtest, damit die den Schnitt erkennen. Ich habe mir dann so ’ne Art Arno ausgesucht – heißt hier Soho – also großer Laden, jede Menge Frisuere, die Hälfte davon schwul und mit den unglaublichsten Farben im Haar. Blau ist gerade in! Und so ne Art 80er-Style. Passt ja 🙂

Dort läuft das so ab: Du entscheidest dich erstmal, ob du das Basic- oder Extendedprogram möchtest, das sich aber nicht auf die Art der Anwendung, sondern auf die Qualifikation des Friseurs bezieht. Das geht dann bis zum Artist … aber det hab ick mir nicht jetraut! Daher: Bitte Stylist.

Dann: Oberteil aus – Kimono an! Zum Glück ein chices Teil und cooler als der übliche Plastikumhang. Rückwärts auf eine Bahre, der Kopf wird auf ein kleines Söckelchen gebettet, das Ganze über dem Waschbecken. Man wählt dann verschiedenen Pflegeprodukte aus – kannte ich sogar: L’Oreal und Redken – und lässt sich aber sowas von den Kopf waschen.

Als nächstes auf dem Programm: Schulter-bzw. Rückenmassage. Und dann darfste an den eigentlichen Ort des Geschehens, bekommst doch noch den Plastikumhang, nen grünen Tee, Zeitschriften und den Stylisten. In meinem Fall Miori, eine kleine Japanerin und die einzige, die halbwegs Englisch sprechen konnte.

Die hat die ganze Zeit gekichert und fand meine Haare so babyhaft – na toll – jaja, die Menschen in Brasilien haben dickes kräftiges Haar – jaja, die Frauen tragen ihre Haare lang und erst wenn sie älter … und so weiter! Neben uns stand ein Lehrling, vermute ich, der in den Schneidepausen einen Spiegel an den Hinterkopf gehalten hat, damit ich überprüfen konnte, ob alles den rechten Gang geht. Ging es. Sehr vorsichtig – aber ok!

Um das Föhnen und das Styling habe ich mich dann selbst gekümmert – als Zuschauer Miori + Lehrling – die mein Getue aber doch faszinierend fanden. Das Ergebnis war absolut ok. Und mit 51 RS (18 Euro) ziemlich günstig. Jo meinte:  Man sieht ja gar nichts! Alles richtig gemacht 🙂 pe

BUCHSTABENGRÖSSEN

Frau trägt hier selten 40 oder 42, sondern P oder G. In meinem Fall leider zur Zeit GG. Diskreminierend – ich finde, GG hört sich genauso doof an wie Doppel-D. Wäre H wirklich schlimmer als Doppel-G? Weiß nicht! Wir sagen ja auch nicht 42+2, oder? Dennoch muß man hier immer plus2 rechen, also eine 40 wird zur 42 und so weiter. XL habe ich bei Mädchensachen noch nie gesehen – L. Und Ende.

Naja, jedenfalls habe ich im Moment GG und das macht die Sache in den Shopping-Malls nicht gerade einfach. Es gibt sehr schöne Sachen, aber gerne in kleinen Größen. Was mich wundert! Man sollte nicht meinen, dass die brasilianischen Frau via Extra-Gen jung, schlank, sportlich und gut gebaut ist.

Au Contraire – da gibt es schon reichlich ordentliche Ärsche zu bestaunen – auch stramme Prachtschenkel und bedeutsame Vorbauten. Nur im Gegensatz zu den europäischen Frauen, tragen die Damen das hier mit einer scheinbaren Gleichmut zur Schau – sind doch die Hosen, Shirts größtenteils press-eng!

Das mag an den fehlenden GG’s, H’s oder I’s liegen, oder wirklich daran, dass es hier eine andere Körperkultur gibt. Das werde ich noch genauer inspizieren – habe mich jetzt erstmal zum Pilates angemeldet, um bald mit einem P einkaufen gehen zu können … bin eben keine Brasilianerin 🙂 pe