FRANZ VON ASSISI

donipássaros

Die gute Seele der Straße, Donisätschi (mdl) hat viele Aufgaben: Parkticketverkäufer, Ein- und Ausparker, Aufpasser, Helfer in der Not – zum Beispiel wenn Wassertanks auslaufen oder das Wasser plötzlich komplett abgesperrt werden soll, Unter-die-Arme-Greifer in praktischen Dingen wie Einkaufstüten aus dem Taxi reintragen oder abgebrochene Palmwedel raustragen (und verbotenerweise im Müllcontainer nebenan entsorgen), Herauswinker, wenn man rückwärts auf die Straße fahren möchte, Gasmafia-Abwimmler und so weiter.

Neuerdings hat er sein Herz auch für die kleinsten Mitbewohner der Straße entdeckt: die Pássaros – und eine Futterstation auf seinem Parkticketverkäuferhäuschen eingerichtet, die, von morgens bis abends, reichlichst von Rotkehlchen, Tauben und Maritacas frequentiert wird.

Jetzt haben wir richtig Theater vor dem Haus 😉 – aber ein Schönes! Und solange sie jetzt nicht lustig anfangen, alle unverdaulichen Bestandteile ihrer Mahlzeit genau über unserem Auto abzuwerfen, darf bitte alles genauso bleiben, wie es ist! pe

KRIMINALITÄT

Immer wieder hören wir Geschichten von kriminellen Übergriffen in São Paulo. Am Wochenende hat es Jenson Button beinahe erwischt, als er auf dem Weg von der Renstrecke ins Hotel mit Maschinenpistolen bedroht wurde. Nur die Geistesgegenwart des Fahrers der Gas gab, hat Schlimmeres verhindert.

Zeitgleich haben wir von einem Überfall auf eine deutsche Familie in Interlagos gehört. Die 16jährige Tochter hat sich abends vor der Haustür ausgiebig von ihrem Freund verabschiedet und beim Betreten des Hauses hatte sie auf einmal Begleitung von einigen vermummten und bewaffneten Personen, die sich anschicken, alle Wertsachen dauerhaft zu entfernen. Die Diebe hatten zudem noch praktische Lebenshilfe parat, indem sie der Familie mitteilten, dass man niemals abends allein längere Zeit vor der Haustüre stehen solle, da man nie wisse, was passieren kann wie sie ja gerade am eigenen Leibe erfahren durften und sie somit eigentlich selber Schuld seien! Dä!

Uns hat zum Glück noch niemand bedroht, was nicht heißt, dass wir noch nicht beklaut wurden. Vor zwei Wochen wars soweit. Durch eine Methode die sich Kartenklonen nennt, und den Dieben bislang 3000 Euro beschert hat, die sie lustig von unserem Konto in Deutschland abgezogen haben.

Tatort war wohl eines der Shopping-Center. Dort sind überall öffentlich zugängliche Geldautomaten. Die waren verwanzt – entweder durch Aufsatz oder andere Apparaturen und als Jo Geld abgehoben hat, wurden alle seine Karteninfos gespeichert und in der Folge zum Klonen aufbereitet.

Nun konnten die Herrschaften in aller Ruhe Bargeld bis zum Tageslimit abheben, jedesmal etwa 450 Euro. Zum Glück ist der hiesigen Bank, bei der abgehoben wurde, aufgefallen, dass da etwas nicht stimmen kann und sie haben: „Achtung Sicherheitslücke“ nach Deutschland gefunkt. So wurde unsere Bank aktiv und hat sofort Jo’s Karte gesperrt. Und zum Glück wurde somit erwiesen, dass wir nicht selber abgehoben haben so dass der Verlust durch die Versicherung ersetzt werden wird.

Nachdem das also geklärt war, dachten wir, alles sei gut. Aber dem war nicht so, denn das Konto wurde trotzdem weiter belastet, jeden Tag mit kleineren und größeren Beträgen. So wurde denn auch meine Karte, die ja eigentlich gar nicht bekannt sein konnte, sicherheitshalber gesperrt und jeglicher Kreditrahmen des Kontos gekappt. Seit zwei Tagen ist nichts Neues mehr passiert, die kriegen nichts mehr – wir auch nicht 🙁 – vorrübergehend. Wir schauen noch zu, wie alte Abbuchungen, die bis zum Stopp vorgenommen wurden, eintrudeln, aber bald hat der Spuk hoffentlich ein Ende, wir neue Karten und eine Erkenntnis mehr.

Also ihr Lieben: An öffentlichen Automaten aufgepasst, denn die Methode ist ja auch in Deutschland sehr beliebt. Wir werden nun nur noch in Banken abheben und nicht an frei zugänglichen Geräten, immer mit der Hand die Codeeingabe abdecken und vorher schauen, ob irgend etwas merkwürdig ist. Eventuell auch an der Lesevorrichtung ruckeln. Menno! pe